Salzburg muss nach 2:1 gegen Malmö zittern

FC Red Bull Salzburg gewann am Dienstag das Hinspiel im Play-off zur Champions League. Österreichs Meister bezwang Malmö FF mit 2:1 (1:0). Die Tore für die Salzburger erzielten Fränky Schiemer (16.) und Jonathan Soriano (54.). Malmö schöpfte durch einen kuriosen Anschlusstreffer von Emil Forsberg (90.) noch Hoffnung für das Rückspiel am nächsten Mittwoch.

FC Red Bull Salzburg gewann am Dienstag das Hinspiel im Play-off zur Champions League. Österreichs Meister bezwang Malmö FF mit 2:1 (1:0). Die Tore für die Salzburger erzielten Fränky Schiemer (16.) und Jonathan Soriano (54.). Malmö schöpfte durch einen kuriosen Anschlusstreffer von Emil Forsberg (90.) noch Hoffnung für das Rückspiel am nächsten Mittwoch (27. August).

Die Bullen wurden ihrer Favoritenrolle vor 29.110 Zuschauern über weite Strecken gerecht, brachten sich aber selbst um eine bessere Ausgangsposition. Dem Treffer von Forsberg war ein Missverständnis des bis dahin überragenden Torhüters Peter Gulacsi mit Schiemer vorausgegangen. Die beiden Salzburg-Spieler behinderten sich bei einem langen Ball gegenseitig, dem Schweden fiel der Ball vor die Beine.

Soriano trifft dreimal Alu

Gulacsi hatte sein Tor davor mit drei Glanzparaden sauber gehalten, Salzburg war aber die gefährlichere Mannschaft. Kapitän Soriano traf neben seinem Tor noch dreimal Aluminium. Den ersten Stangenschuss nach einem Corner von Christoph Leitgeb verwertete Schiemer per Abstauber. Der Innenverteidiger war mit einem Cut über dem Auge und einem gebrochenen Finger angetreten.

Damit brachte ausgerechnet der Ersatzmann für Martin Hinteregger die Salzburger auf Kurs. Hinteregger war nach einer Muskelverletzung im Oberschenkel nicht rechtzeitig fit geworden. Im Angriff setzte Salzburg-Trainer Adi Hütter neben Soriano auf Marcel Sabitzer. Alan saß nach seinem Mittelhandknochenbruch vorerst nur auf der Bank.

Rosenberg hatte Führung am Fuß

Malmö startete ambitioniert, fand durch Stürmerstar Markus Rosenberg auch die erste Großchance vor. Emil Forsberg hatte den Kapitän am langen Eck eingesetzt, dieser scheiterte aber am glänzend reagierenden Gulacsi (13.). Auf der Gegenseite prüften Christoph Leitgeb (6.) und Kevin Kampl (13.) Malmö-Schlussmann Robin Olsen.

Nach dem Schiemer-Tor erlangten die Salzburger zusehends Kontrolle über das Spiel. Das Pressing funktionierte immer besser, Soriano kam noch vor der Pause zu zwei weiteren Aluminium-Treffern. Erst knallte der Spanier einen Freistoß aus spitzem Winkel an die Latte (29.), wenig später traf er mit einem Volley von der Strafraumgrenze die linke Stange (40.).

Soriano macht das 2:0

Auch nach Seitenwechsel gab Salzburg den Ton an. Sabitzer traf das Außennetz (50.). Andreas Ulmer zwang Olsen zu einer Faust-(51.), Soriano zu einer Fußabwehr (60.). Bei einem weiteren Freistoß von Soriano musste der Malmö-Keeper aber ein zweites Mal hinter sich greifen. Salzburgs Goalgetter traf an der Mauer vorbei via Innenstange - sein 13. Treffer im achten Pflichtspiel der Saison.

Auf der Gegenseite fand Simon Kroon in Gulacsi seinen Meister (55.). Weil die Salzburger in der Defensive Schwächen offenbarten, musste der Ungar auch mit einer weiteren Glanzparade gegen Rosenberg retten, der aus kurzer Distanz zum Abschluss gekommen war (68.). Die Riesenchance auf das 3:0 ließ Kampl aus, der zwar Keeper Olsen überspielte, den Ball aber nicht im Tor unterbrachte. Filip Helander rettete vor der Linie (77.).

Malmö erhielt dadurch die Chance auf einen "Lucky Punch" am Leben. Dieser erfolgte in der Schlussminute der regulären Spielzeit. Viermal war Salzburg bisher in der finalen Qualifikations-Runde zur Champions League gescheitert - 2006 gegen Valencia und 2007 gegen Schachtar Donezk jeweils nach knappen Heimsiegen im Hinspiel (jeweils 1:0). Die Gruppenphase der Königsklasse hat Salzburg hat bisher einmal erreicht - 1994 mit Hütter als Spieler.

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Die Stimmen zum Spiel

Adi Hütter (Salzburg-Trainer): "Es war ein sehr unangenehmer Treffer, trotz allem haben wir 2:1 gewonnen. Das Entscheidende war, dass wir einmal vorgelegt haben. Wir haben gewonnen, das ist auch einmal wichtig. Ich bin überzeugt, dass wir auch auswärts mit unserer Qualität ein Tor schießen können. Das Gegentor, das alles etwas spannender macht, hätten wir uns sparen können. Wir gehen aber trotzdem optimistisch ins Rückspiel. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft und haben in Schweden alle Möglichkeiten. Ein Unentschieden würde uns schon genügen."

Ralf Rangnick (Red-Bull-Sportdirektor): "Mit dem Endstand sind wir nicht zufrieden. Wie wir über weite Strecken das Spiel dominiert haben, ohne noch am obersten Limit dessen zu spielen, was wir spielen können, stimmt uns aber zuversichtlich. In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel komplett dominiert, da hatte der Gegner eine Torchance. Wir hätten drei oder vier Tore schießen können. Es ist ärgerlich vom Ergebnis. Ein 2:0 wäre natürlich besser gewesen. Wir fahren trotzdem mit einem großen Selbstvertrauen nach Malmö. Wir wollen es heuer unbedingt schaffen und wir werden es auch schaffen."

Jonatan Soriano (Salzburg-Kapitän und Torschütze): "Das Gegentor in der letzten Minute ist nicht gut für uns. Aber wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste. Es war ein guter Freistoß von mir, leider habe ich dreimal nur Aluminium getroffen. Wir haben 2:1 gewonnen, müssen aber sehr konzentriert sein nächste Woche. Es war eine super Stimmung im Stadion, die Fans sind sehr wichtig."

Franz Schiemer (Salzburg-Torschütze): "Es war ein langer Ball in den Strafraum. Peter (Gulacsi) hat gesagt, er hat geschrien, ich habe ihn aber nicht gehört, das war vielleicht auch der tollen Kulisse geschuldet. Ich habe dann nur gemerkt, er haut mich voll um. Leider passieren solche Situationen. Es ist bitter, am Schluss noch so ein Tor zu bekommen. Wir haben es aber schon vorher verabsäumt, das eine oder andere Tor mehr zu machen. Statt einer Top- haben wir jetzt eine gute Ausgangsposition. Wir müssen es jetzt im Rückspiel richten. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, phasenweise sehr gut nach vorne gespielt, der Gegner war aber extrem unangenehm."

Kevin Kampl (Salzburg-Mittelfeldspieler): "Wir hätten noch das 3:0 machen können, speziell ich hatte die Chance. Dann bekommen wir am Ende des Spiels so ein Tor rein, das ist natürlich bitter für uns. Es ist nie gut, wenn der Gegner ein Auswärtstor schießt. Ich denke aber, wir haben sehr gut gespielt. Nichtsdestotrotz darf uns so ein Fehler nicht passieren. So ein billiges Tor ermöglicht dem Gegner wieder eine Chance für das Rückspiel. Wenn wir das mit 3:0 nach Hause fahren, können wir mit einem besseren Gefühl nach Schweden fahren."

Aage Hareide (Malmö-Trainer): "Wir haben das wichtige Tor gemacht. Das 2:1 ist ein sehr gutes Ergebnis für uns. Wir hatten die dicke Chance auf das 1:0, lagen dann 0:2 zurück. Das hätte dann auch ein 0:3 oder 0:4 sein können. So ist eben Fußball. Jetzt lebt unsere Chance wieder. In Malmö wird das ein ganz anderes Spiel mit unseren Fans im Rücken. Sparta Prag hat das zu spüren bekommen. Wir werden uns bis dahin noch besser auf das Salzburger Spiel einstellen."

Red Bull Salzburg - Malmö FF 2:1 (1:0)

Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 29.110 Zuschauer, SR Rizzoli (ITA)

Torfolge: 1:0 (16.) Schiemer, 2:0 (54.) Soriano, 2:1 (90.) Forsberg

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Schiemer, Ulmer - Kampl, Ch. Leitgeb (87. Keita), Ilsanker, Mane (80. Bruno) - Soriano, Sabitzer (85. Alan)

Malmö: Olsen - Tinnerholm, E. Johansson, Helander, Ricardinho - Kroon (87. Cibicki), E. Adu, Halsti, Forsberg - Thelin (61. M. Eriksson), Rosenberg

Gelbe Karten: Ilsanker bzw. E. Johansson, E. Adu, Helander, M. Eriksson, Halsti

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