Scharfe Kritik an der Türkei auch aus Frankreich

Bild: Reuters

Im französischen Metz durfte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Sonntag auftreten. Die französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron und Francois Fillon haben die Provokationen aus Ankara jedoch verurteilt. Macron forderte eine geschlossene Haltung der EU ein, Fillon hätte den Auftritt in Metz gerne verboten. Die Niederlande haben ihren Reisewarnhinweis für die Türkei verschärft.

Im französischen Metz durfte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Sonntag auftreten. Die französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron und Francois Fillon haben die Provokationen aus Ankara jedoch verurteilt. Macron forderte eine geschlossene Haltung der EU ein, Fillon hätte den Auftritt in Metz gerne verboten. Die Niederlande haben ihren Reisewarnhinweis für die Türkei verschärft.

Bei einem Wahlwerbeauftritt des türkischen Außenministers in Metz schoss dieser weiter scharf gegen die Niederlande. Ankara werde sich mit einer etwaigen Entschuldigung der niederländischen Regierung für die Auftrittsverbote nicht zufriedengeben, sagte Cavusoglu. Dem niederländischen Premier Mark Rutte warf er Arroganz vor.

Die unabhängige französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron und Francois Fillon verurteilten die anhaltenden Provokationen aus Ankara. Macron forderte eine einheitliche Haltung der EU gegen die Äußerungen des türkischen Präsidenten . Die französische Regierung müsse sich mit ihren EU-Partnern Deutschland und Niederlande solidarisieren.

EU-Verbündete "in unsäglicher Weise" beleidigt

Ähnliches forderte auch Fillon. Mit Deutschland und den Niederlanden seien zwei der wichtigsten französischen Verbündeten "in unsäglicher Weise" beleidigt worden. Frankreich hätte den Auftritt Cavusoglus in Metz deshalb verbieten sollen. In Frankreich stehen wie in den Niederlanden demnächst Wahlen an. Macron gilt derzeit als Favorit vor dem Konservativen Fillon und der Rechtspopulistin Marine Le Pen vom Front National.

Niederländischer Reisewarnhinweis für Türkei

Zwischen Ankara und Den Haag bleiben die Fronten unterdessen verhärtet. Der niederländische Premier Mark Rutte lehnte eine Entschuldigung für die Auftrittsverbote ab und drohte der Türkei mit "Konsequenzen", falls die Provokationen andauern. Niederländische Touristen werden nun gewarnt, in der Türkei größere Versammlungen von Menschen sowie volle Plätze zu vermeiden. Von Reisen dorthin wird aber nicht generell abgeraten.

Auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble schaltete sich am Wochenende in den diplomatischen Streit ein: "Ich hoffe, dass in der Türkei jetzt wieder die Vernunft demnächst ausbricht", so Schäuble. Denn die aktuellen Provokationen gegen Deutschland, die Niederlande und Dänemark seien "natürlich absolut nicht im Interesse der Türkei", warnte er. 

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