Schiedsrichter nach Neymar-Foul in Kritik

Nach dem verletzungsbedingten WM-Aus von Brasiliens Superstar Neymar läuft die Suche nach einem "Schuldigen" weiter auf Hochtouren. Jetzt haben sich die brasilianischen Medien auf den Schiedsrichter eingeschossen.

Nach dem von Brasiliens Superstar Neymar läuft die Suche nach einem "Schuldigen" weiter auf Hochtouren. Jetzt haben sich die brasilianischen Medien auf den Schiedsrichter eingeschossen.

. Jetzt stehen auch die WM-Schiedsrichter, insbesondere Carlos Velasco - der Spanier hatte das Foul nicht geahndet - in der Schusslinie der Kritik.

"Der Schiedsrichter war der mieseste, den ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe", meinte etwa Kickerlegende Diego Maradona. Insgesamt standen die Unparteiischen schon vor dem Neymar-Foul wegen zahlreicher Fehlentscheidungen in der Kritik. In der K.o.-Phase verbesserten sich zwar die Leistungen der Schiedsrichter, da die FIFA nur noch die besten der Vorrunde nominierte - jetzt häufen sich aber vor allem in den brasilianischen Medien die Stimmen, wonach die Referees zu wenig durchgreifen.

Brasilien führt Foulstatistik an

Untermauert wird die Kritik durch die Kartenstatistik. Vor den letzten vier WM-Spielen wurden in Brasilien bisher 168 gelbe und sieben rote Karten verteilt. Zum Vergleich: Bei der WM 2010 in Südafrika waren es insgesamt 245 Verwarnungen und neun rote Karten. Was weitestgehend unerwähnt bleibt, gerade die "Selecao" präsentierte sich bei der Heim-WM als "Holzhackertruppe". Mit 96 Fouls begingen die Brasilianer laut FIFA-Statistik mehr Fouls als jedes andere Team.

Pressesprecher gesperrt

Zudem gab die FIFA am Samstag bekannt, dass Brasiliens Pressesprecher Rodrigo Paiva nach dessen Tätlichkeit gegen einen chilenischen Spieler für vier Spiele gesperrt wird Ein weiteres Mitwirken des Medienmannes bei den Partien der Selecao ist somit untersagt. Paiva wurde für schuldig befunden, Maurizio Pinilla in der Pause des WM-Achtelfinales in Belo Horizonte im Spielertunnel geschlagen zu haben. Zudem wurde eine Geldstrafe von 10.000 Franken (etwa 8.200 Euro) ausgesprochen.

Präsidentin schrieb Neymar Brief

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat Neymar in einem emotionalen Brief ihre Anteilnahme ausgedrückt. "Es hat mein Herz und das aller Brasilianer gebrochen, gestern den Schmerz auf deinem Gesicht im Castelao-Stadion zu sehen", schrieb die Staatschefin am Samstag. "Aber wir haben auch die immense Kraft eines großen Kriegers gesehen, der sich nie schlagen lässt, auch wenn er verwundet ist. Ein großer Krieger, der nur kurz seinen Weg unterbricht, der aber schon seine unerreichbare Marke hinterlassen hat in der Schlacht, die unsere Selecao kämpft."

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