Schramböck: "Ja, leider habe ich Sexismus erlebt"

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck spricht im Öffi-Talk über Erfolge, Sexismus am Arbeitsplatz und warum sie nachts mit der Taschenlampe in ihren Garten geht.

Margarete Schramböck (49) ist eine von vier ÖVP-Ministern, die das Aus von Türkis-Blau "überlebt" haben. Auch unter Türkis-Grün leitet sie wieder das Digital- und Wirtschaftsressort. Im Öffi-Talk gesteht uns die Tirolerin aber: "Als ich auf der Regierungsbank gesessen bin und SPÖ und FPÖ – die, die immer miteinander gestritten haben – sich plötzlich zusammengetan haben … Also, das habe ich als meinen schlimmsten Moment als Politikerin im Kopf behalten."

Umso süßer schmeckte dann die Rückkehr nach dem ÖVP-Wahlsieg: "Das (Wahlergebnis, Anm.) hat wirklich gut getan!" Während wir im 1er gemütlich den Ring entlang gondeln, verrät uns die ehemalige Telekom-Managerin auch ihre Tipps zum Runterkommen während dieser Stressphase: "Ich gehe jeden Tag, egal, wie spät es ist, mit einer Taschenlampe raus in meinen Kräutergarten und schaue, was ich irgendwo noch zupfen kann."

Anders als Finanzminister Gernot Blümel hatte Schramböck übrigens auch schon einmal ein Minus am Konto: "Ich war Studentin. Meine Mutter hat im Gastgewerbe, mein Vater in einem Sägewerk gearbeitet. Wir haben natürlich sparen müssen, aber sie haben immer gut für mich gesorgt. Aber hin und wieder ist es sich halt auch bei der Familie nicht so ausgegangen."

"Ja, leider habe ich das schon erlebt."

Die Aussage von Frauenministerin Raab, die noch nie Sexismus am Arbeitsplatz erlebt hatte, kann Schramböck selbst nicht unterschreiben: "Ja, leider habe ich das schon erlebt. Und es war ein extrem unangenehmes Gefühl. Ich möchte nur jede Frau bestärken, da klar die Grenzen zu ziehen!"

Hat Schramböck auch Tipps für junge und in der Politik (noch) unerfahrene Kolleginnen, wie etwa Arbeitsministerin Aschbacher? "Ich nehme mir nicht heraus, Tipps zu geben. Für mich persönlich ist es jedenfalls ein bisschen leichter geworden, weil der Umgang mit der Presse mit Erfahrung immer leichter wird."

"Wichtig ist, gerade wenn man jung ist, dass man im Arbeitsprozess drinnen bleibt."

Ein durchaus umstrittenes Vorhaben der Ministerin ist die Abänderung der Zumutbarkeitskriterien. Heißt konkret: Junge Arbeitslose sollen für Jobangebote künftig auch umziehen müssen. Beispielsweise soll ein Koch aus Wien bald einen Job in Tirol annehmen müssen. Schramböck, die bereits in einem früheren Interview gemeint hatte, dass "vier Stunden Arbeitsweg okay" seien, weil es "ja Facebook gibt", verteidigt das so: "Wichtig ist, gerade wenn man jung ist, dass man im Arbeitsprozess drinnen bleibt. Das ist das Thema. Nicht, dass wir da rechtlich irgendetwas ändern, sondern indem wir aufzeigen, wie gut es ist, wenn man einen Job hat."

Schramböck selbst hat den umgekehrten Weg genommen – von Tirol nach Wien. Was vermisst sie am meisten an ihrem Heimatbundesland? "Die Berge und das Skifahren!"

Alle Öffi-Talks auf einen Blick.

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