Google übersetzt jetzt Text in Hieroglyphen

Die zufällige Entdeckung des Rosetta-Steins im Jahr 1799 hat die Ägypten-Forschung maßgeblich beeinflusst und ermöglichte es Forschern, viele Hieroglyphen zu entschlüsseln.
Die zufällige Entdeckung des Rosetta-Steins im Jahr 1799 hat die Ägypten-Forschung maßgeblich beeinflusst und ermöglichte es Forschern, viele Hieroglyphen zu entschlüsseln.
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Wie hilfreich moderne Technologie bei der Entzifferung von alten Sprachen sein kann, zeigt Google Usern mit der eigens entwickelten Web-App Fabricius.

Anlässlich des Jahrestages der Entdeckung des Steins von Rosette, der eine Entschlüsselung von Hieroglyphen erst im heutigen Ausmaß ermöglichte, möchte der Internetkonzern Google seinen Usern die Möglichkeit geben, selbst zu schreiben wie im alten Ägypten und Historikern ein neues Hilfsmittel zur Verfügung stellen.

Dazu hat der Konzern die Web-App Fabricius entwickelt. Mit der App können Nutzer sich im Zeichnen von Hieroglyphen üben, Botschaften in der Bildsprache erstellen und diese online teilen. Nicht immer gibt es ein entsprechendes Pendant in der heutigen Sprache. Es existiert etwa kein direkter Ausdruck für „Hallo“. Stattdessen kann man „Grüße an dich“ verwenden. Bei einem Geburtstagswunsch hätte man damals das „gloriose Fest deiner Lieferung“ gefeiert. Wie Chance Coughenour, der bei Google Arts & Culture den Bereich der Bewahrung des kulturellen Erbes leitet, bei der Präsentation des Web-Tools betont, ist das Konzept der Hieroglyphen mit dem der Emojis verwandt. Lediglich der Verwendungszweck im Königreich war ein anderer.

Bei der App gibt es auch ein Web-Tool für Experten. Es soll die Entzifferung von Hieroglyphen vereinfachen. "Wir wollten wissen, wie moderne Technologie, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz dabei helfen können, alte Sprachen zu dekodieren", sagt Coughenour.

Prägender Schlüsselmoment der Ägyptologie

Der für die Antiken-Forschung wesentliche Fund des Rosettasteins vor 221 Jahren hätte beinahe nicht stattgefunden. Er ist einem Zufall geschuldet, der sich in Napoleons Truppen ereignete. Ein Offizier stolperte mit seinem Pferd fast über den Rest der Schrifttafel. Für Sprachforscher, die die davorgehenden Jahrhunderte über die Inhalte der Bildzeichen gerätselt hatten, war es ein Schlüsselereignis. Durch einen Sieg über Frankreich ging der Stein schließlich nach England, wo er seither im British Museum of London ausgestellt ist.

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