Schüler unter Leistungsdruck, Matura soll ausfallen

Die Sozialistische Jugend  NÖ und die Aktion kritischer Schüler machten in St. Pölten auf die prekäre Situation an den Schulen aufmerksam.

Die Schüler stehen unter enormem Druck. Im Homeschooling oder Distance learning wurde von ihnen viel abverlangt. Manche Schüler saßen von früh bis spät an ihren Laptops oder arbeiteten schriftliche Blätter aus. Viele wandten sich an ihre Schülervertreter, weil sie sich einfach ausgelaugt fühlen. Andere wissen nicht, wie sie die bevorstehenden Prüfungen schaffen werden. Es fehlte einfach die Zeit, sich gründlich vorzubereiten oder sich mit den Lehrern auszutauschen.

Schüler ausgebrannt

Auf diesen Umstand machten jetzt zwei Jugendbewegungen aufmerksam. Die Sozialistische Jugend NÖ (SJNÖ) mit der Landesvorsitzenden Melanie Zvonik und die Aktion kritischer Schülerinnen und Schüler (AKS NÖ) mit der Landesvorsitzenden Sanea Hertlein. In der St. Pöltner Innenstadt verdeutlichten sie mit ihrer Aktion die prekäre Situation an den Schulen und im Bildungssystem. Sie stellten ein totes Klassenzimmer da. Weil die Schüler schon richtig ausgebrannt sind.

"Fühlen uns von der Politik in Stich gelassen"

"Es kann nicht sein, dass Leistungsdruck über der Gesundheit der Schüler steht. Als AKS erhalten wir tagtäglich Nachrichten von verzweifelten Schülern, die nicht mehr weiterwissen uns sich von der Politik im Stich gelassen fühlen", berichtet Hertlein. Sie meint, dass es vernünftige und schnelle Lösungsansätze seitens der Bundesregierung aber auch der Bundesschülervertretung brauche.  Denn es ist ihre Aufgabe, als gesetzlich verankerte Vertretung auch tatsächlich alle Schüler zu vertreten. Dazu zählt auch, für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien einzustehen. Denn das war bis jetzt nicht der Fall", setzt sie nach. 

"Berufsschüler wie Schüler zweiter Klasse"

In dasselbe Horn bläst auch Melanie Zvonik. "Während von Schülern, die sich nun seit fast einem Jahr im Homeschooling befinden, enorm viel abverlangt wird, schafft es die Bundesregierung, und hier konkret Bildungsminister Heinz Faßmann, nicht, anständige Konzepte für die Schulen vorzulegen. Berufsschulen hat man hier sowieso immer wieder vergessen und Berufsschüler wie Schüler zweiter Klasse behandelt", bemängelt sie. 

Auch für die Matura gibt es laut ihr wenig Plan. Zvonik meint, dass man hier einfach so weitermachen will als wär nichts. "Wir fordern, dass die Matura abgeschafft und durch sinnvolle Projektarbeiten ersetzt wird. Die Schüler sind mit den Nerven am Ende. In einer Pandemie auf Leistungsdruck zu setzen, ist völlig verkehrt", fordert sie.

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