Schule schnappt Sprayer dank ihrem Wi-Fi-Signal

Vier Jugendliche haben ihre Schule in den USA mit üblen Parolen besprüht. Obwohl sie dabei Masken trugen, konnten die Missetäter nun gestellt werden.

Es war der letzte Tag des Schuljahres 2018 an der Glenelg High School im US-Bundesstaat Maryland. Früh am Morgen fuhr der Direktor David Burton mit seinem Auto auf das Gelände und erblickte zuerst ein Hakenkreuz, das direkt neben dem Eingang hingesprüht wurde, wie einem Bericht der "Washington Post" zu entnehmen ist.

Doch das war noch lange nicht alles. Es gab auch Zeichnungen von Penissen, das Kürzel des Ku-Klux-Klans, Fluchwörter und rassistische und homophobe Parolen. Mehr als hundert solcher gesprayter Tags sah Burton auf dem Boden, auf Abfallkübeln und auf anderen Objekten.

Eine fast anonyme Tat

Natürlich wurden nach dem Vorfall die Aufnahmen der Überwachungskameras kontrolliert, die auf dem Schulgelände angebracht waren. Darauf waren vier Jugendliche zu sehen, die ihre Gesichter während des Vandalenakts allerdings maskiert hatten.

Wie sollte die Schule nun herausfinden, wer die Täter waren? Wie sich zeigte, hinterließen die High-School-Schüler unwissentlich digitale Spuren. Genauer gesagt, das Handy in ihrem Hosensack. Denn dieses loggte sich automatisch in das Wi-Fi-Netzwerk der Schule ein.

Exaktes Protokoll

Im System war zu sehen, dass sich zum Tatzeitpunkt rund eine halbe Stunde vor Mitternacht gleich vier Smartphones ins Netzwerk eingewählt hatten. Da alle Schüler ihre jeweils eigenen digitalen Schülernummern erhalten, um sich einzuloggen, konnten die Personen relativ einfach identifiziert werden.

Die vier ehemaligen High-School-Schüler wurden nun wegen Hassverbrechen angeklagt und zu einer Bewährungsstrafe, gemeinnütziger Arbeit und 9 bis 18 Wochenenden im Gefängnis verurteilt. Wie die "Washington Post" schreibt, mussten die Täter aber nur einen Teil ihrer Strafe absitzen.

(swe/20 Minuten)

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