Schulstart mit Nasentests bringt Eltern in Zwiespalt

Ab Montag werden an Schulen die sogenannten "Nasenbohrtests" durchgeführt. (Symbolbild)
Ab Montag werden an Schulen die sogenannten "Nasenbohrtests" durchgeführt. (Symbolbild)Screenshot
Die Schule startet wieder. Doch die regelmäßigen Corona-Schnelltests gefallen vielen Eltern aus NÖ nicht. Viele wollen ihre Kinder daheim lassen.

Es ist angeblich so einfach wie Nasenbohren - doch genau dieser einfache Test bringt viele Eltern auf die Palme. Ab Montag werden an Niederösterreichs Schulen regelmäßig Corona-Schnelltests durchgeführt. Die Volksschüler, die durchgehend da sind, machen diese "Nasebohrtests" zweimal in der Woche. Die restlichen Schüler (Mittelschule, Gym, Höhere Schulen, Berufsschulen) sind in Blöcken aufgeteilt, hier wird einmal pro Woche getestet. Und genau an diesem Punkt geraten Eltern in den Zwiespalt.

"Der Test ist wie ein Zwang"

Der Schulstart an sich wird befürwortet, doch die Testungen werden für viele als Zwang angesehen. "Heute" holte sich die Meinungen von Eltern aus Niederösterreich ein. Zwischen "Yeah endlich wieder Schule" und "Mein Kind wird sicher nicht getestet", war alles dabei. Doch was genau sind die Ängste der Eltern? 

"Ich finde, man wird direkt zu so einem Test gezwungen", kritisiert Karin B. aus dem Raum Wr. Neustadt. "Denn wenn ich mein Kind nicht testen lasse, dann muss ich es daheim unterrichten. Das stört mich", erklärt sie. Sie würde sich schon freuen, wenn ihr Kind wieder zur Schule gehen könnte, doch nicht unter diesen Bedingungen. "Was ist, wenn mein Kind dann positiv getestet wird und das neben all seinen Klassenkollegen? Ich mache mir Sorgen um die Psyche meines Kindes", setzt sie fort.

Lust auf Schule verlieren

Sarah Müller aus dem Bezirk St. Pölten hat für den Schulstart klare Worte: "Ich setze meine Kinder diesem Wahnsinn nicht aus." Sie selbst findet diese Testungen absolut sinnfrei. Eine andere Mutter kritisiert die verschiedenen Aussagen der Regierung. "Zuerst heißt es, dass Kinder nicht getestet werden müssen. Und jetzt teilt mir die Schulleitung mit, dass mein Kind nur am Unterricht teilnehmen kann, wenn es getestet wird. Das ist Irrsinn", ist sie zornig. Evelyn H. aus dem Bezirk Melk hat Sorgen, dass die Kinder die Lust auf die Schule verlieren. "Ich habe zwei Kinder im Volksschulalter. Und ich muss sie wegen meines Berufes zur Schule schicken. Ich hoffe, dass sie wegen der Testungen nicht verunsichert werden", erzählt sie. 

"Lehrpersonal soll nicht meine Kinder testen"

Viel Unsicherheit gab es bei den Eltern in punkto wie die Tests ablaufen werden. "Ich will nicht, dass das Lehrpersonal meinen Kindern in der Nase herum stochert", kritisiert eine Mama. Hier kann man aber die Eltern beruhigen: Jedes Kind macht den "Nasenbohrtest" an sich selbst. "Nur beim Auswerten mit der Flüssigkeit wird es eine Unterstützung geben", berichtet eine Lehrerin. 

Doch es gibt auch Eltern, die sich auf den Schulstart freuen. "Als Elternteil ist es wichtig, den Kindern diese Testungen als positiv zu vermitteln. Sie sollen unvoreingenommen und ohne Angst zur Schule gehen", sagt eine Mama. Die Kinder brauchen den Unterricht an der Schule und ihre Freunde und den geregelten Alltag. "Die Testungen müssen wir jetzt in Kauf nehmen", so der O-Ton vieler. 

Ad Ängste: Eine andere Mama hinterfragt, wie es denn sein wird, wenn sie ihr Kind daheim unterrichtet. "Wer benotet dann mein Kind? Der Bildungsminister hat dazu nichts gesagt", stellt sie fest.

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