Schweizer Rechter als Redner auf Pegida-Demo in Linz

Bild: Screenshot Facebook

Einen Top-Redner wollten die Organisatoren der Pegida-Demo in Linz am Samstag präsentieren. Geworden ist es ein Schweizer mit Kontakten zu rechten Szene, gegen den ermittelt wird.

Einen Top-Redner wollten die Organisatoren der in Linz am Samstag präsentieren. Geworden ist es ein Schweizer mit Kontakten zu rechten Szene, gegen den ermittelt wird.

Ignaz Bearth (30) ist in der Schweiz umstritten. Der Gründer der rechtspopulistischen Partei "Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS)" trat bei Neonazi-Treffen auf, war nur drei Tage lang Pegida- Sprecher, ehe er zurücktrat – und gegen ihn wird ermittelt. Wegen "Beleidigung eines fremden Staats".

Er hatte Angela Merkel und ihre Regierung als "die wahren Nazis" bezeichnet. Häme erntete er zudem, weil ein Großteil (43 Prozent) seiner 30.000 Facebook-Freunde aus Indien kommen – wohl gekauft sind. Unterdessen reagiert hat die Pegida OÖ auf einen Exklusiv-Bericht von "Heute": Um wegen der Textzeile "Wir sind gekommen, um zu bleiben" nicht von der Band "Wir sind Helden" geklagt zu werden, wurde der Satz auf der Pegida-Facebookseite gelöscht. gs

Pegida-OÖ-Chef will "keine Extremisten auf Demo haben"

Ein empörter Anruf von Pegida-OÖ-Chef Markus Hametner (22) erreichte "Heute" Montagfrüh – nachdem wir berichtet hatten, dass der Pegida möglicherweise eine Klage der Band "Wir sind Helden" droht. Auszüge aus dem Telefonat: Hametner erklärte, warum er eigentlich gar nicht mit "Heute" reden will: "Wir werden auch künftig keine Stellungnahme abgeben, wenn Sie (die "Heute", Anm. d. Red.) sich auf Kleinigkeiten stürzen, die wir auf Facebook posten."

Heißt im Umkehrschluss: Mit Medien, die kritisch über die Pegida berichten, will die Pegida nicht reden! Rückblickend auf die erste Demo – und die Festnahme eines Pegida-Demonstranten mit Baseball-Schläger sagt Hametner: "Der hat sich in unseren Demonstrationszug eingeschummelt." Vorausschauend auf die geplante Kundgebung nächsten Samstag in Linz (15.30 Uhr am Hauptbahnhof) – und auf die Problematik mit möglichen Neonazis unter Pegida-Demonstranten: "Ich bin kein Kenner der rechten Szene. Für uns als Veranstalter ist es schwierig, rechtsextreme Personen herauzufiltern, weil wir sie einfach nicht kennen – weder namentlich, noch vom Gesicht her."

"Heute" hakte nach: "Sie schauen also sehr wohl darauf, dass keine Rechtsextremisten dabei sind?" Hametner: "Selbstverständlich!" Wie kann es dann sein, dass am Sonntag ein bekannter Schweizer Rechtspopulist spricht? Hametner: "Es heißt ja nicht, dass er die Reden, die er in der Vergangenheit gehalten hat, auch in Linz hält."

 

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