Aufgedeckt: So werden Kühe für Milch gequält

Undercover-Video zeigt etliche tote Kühe zwischen lebenden und Misshandlungen in einer großen Milchfarm. Produkte könnten auch nach Österreich gehen.
Der Verein SOKO Tierschutz hat gegen die große Milchfarm Geven & Rabelink GbR in Demker bei Stendal (Deutschland) Anzeige erstattet. Die Aktivisten hatten im April 2018 vier Wochen heimlich in der Milchfarm gefilmt. Die Aufnahmen zeigen schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz - auch von Seiten der Behörden.

"Auf der Farm herrscht ein ständiges Sterben", so Friedrich Mülln vom SOKO Tierschutz.

Kuh-Kadaver und schwere Misshandlungen

Das Video zeigt etliche tote Tiere, "bis auf die blanken Knochen verwest", die zwischen den lebenden Kühen vor sich rotten. "Die Arbeiter putzten einfach drumherum", so SOKO Tierschutz.

Gülleschaber quetscht frischgeborenes Kalb ein

Wie man in dem Video sieht, werden die Milchkühe immer wieder von einem Gerät zur Gülleentsorgung verletzt. Eine erschütternde Aufnahme zeigt ein Kalb, dass gerade geboren wurde und einige Momente später vom Gülleschaber erfasst, eingequetscht und mitgerissen wird. An einer anderen Stelle ist zu sehen wie ein Arbeiter eine offensichtlich verletzte Kuh hinter dem Trecker mitschleift.

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Aufgedeckt: So qualvoll leiden Kühe für Milch
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Milchprodukte auch in österreichischen Supermärkten?

Die Milch der Farm wird an die Mega-Molkerei der Milchwerke Mittelelbe (Deutschland) geliefert. Die Krüger-Gruppe, der die Molkerei gehört, produziert Babynahrung, Proteindrinks, Schokoladenprodukte und mehr. Die Milchprodukte gehen in die ganze Welt.

"Die Molkerei beliefert 40 Länder. Sie sagen aber nicht welche. Müsste man erfragen. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass da Österreich nicht dabei ist. Die haben aber natürlich viele Milchfarmen als Lieferanten", so Friedrich Mülln.

Totalversagen der Behörden?

Wie der Tierschutzverein berichtet kontrollierte das Veterinäramt den Betrieb nach einer Anzeige durch die SOKO-Ermittler. Tote Tiere will man jedoch nicht entdeckt haben. Die Aktivisten kreiden darum "das Totalversagen"der zuständigen Behörden an: "Diverse Kadaver lagen in den Tagen und Wochen nach der Kontrolle immer noch an den altbekannten Stellen auf dem Hof verstreut.", so SOKO Tierschutz.

Der Tierschutzverein fordert ein Tierhalteverbot für die Betreiber. Die Strafanzeige richtet sich gegen die Milchfarm aber auch gegen die Behörden. (mp)

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