So belastet Corona-Schulschließung die kindliche Psyche

Sollte es am 16. November tatsächlich wieder zu einer kompletten Schulschließung kommen, sind einmal mehr die Eltern, ihre Einfallsreichtum und ihre Einfühlsamkeit gefragt.
Sollte es am 16. November tatsächlich wieder zu einer kompletten Schulschließung kommen, sind einmal mehr die Eltern, ihre Einfallsreichtum und ihre Einfühlsamkeit gefragt.iStock
Die Gerüchte über eine komplette Schulschließung halten sich hartnäckig. Psychologin Caroline Culen über die Auswirkungen auf unsere Kinder.

"Die komplette Schließung der Schulen würde eine Einschränkung im gewohnten Alltag der Kinder, eine Trennung von Gleichaltrigen und Freunden und damit den Verlust eines ganz wichtigen Punktes in ihrem Leben bedeuten", erklärt Psychologin Caroline Culen, Geschäftsführerin der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, gleich zu Beginn im Gespräch mit "Heute.at". Schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr beantworteten die meisten Schüler die Frage, was ihnen am meisten fehlen würde, mit: die Freunde.

Sollte es am 16. November somit tatsächlich wieder zu einer kompletten Schulschließung in Österreich kommen, hätte dies durchaus auch eine Auswirkung auf die Psyche der Kinder und Jugendlichen: "Energielosigkeit, Motivationsverlust und auch Aggression spielen hier eine große Rolle", so die Expertin.

Unter 10-Jährige stark betroffen

Vor allem die 6- bis 10-Jährigen würden unter dem Verlust der Gleichaltrigen und Freunde enorm leiden. "Hier geht es nicht nur um den schulischen Aspekt, Kinder lernen von anderen, schauen ab und beobachten." Das würde, so Culen, ohne Schule wegfallen. Das im Home Schooling zu kurz kommende kreative Lernen, die fehlende Spontanität und die ausbleibenden Eindrücke sowie der Verlust der Gemeinsamkeit könnten dazu führen, dass Schüler unausgelastet sind, frustriert, unmotiviert und auch aggressiv reagieren. Zu viel Fernsehen oder Computer spielen wären hier nicht gerade förderlich. Die Bildschirmdauer sollte trotz Home Office und der Winterzeit begrenzt sein.

Hier seien - einmal mehr - die Eltern gefragt: "Spielen, Unternehmungen, Bewegung und frische Luft tun der Psyche gut. So können die Batterien wieder aufgeladen werden." Laut der Psychologin spreche auch nichts gegen einen Parkbesuch: "Es gibt kaum Hinweise, dass es im Freien oder unter Kindern Ansteckungen gibt."

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