So hoch ist das Risiko, beim Fliegen zu sterben

Noch nie war Fliegen so sicher wie in den letzten zwei Jahren. Das zeigt eine neue Studie. Gegen Flugangst hilft dieser Fakt aber wenig.
Trotz Klimadebatte nimmt das Fliegen weltweit zu. So wurden in den letzten zwei Jahren neue Rekordpassagierzahlen verzeichnet: Über 4 Milliarden Menschen waren auf 41,8 Millionen Flügen unterwegs. Dabei war Fliegen noch nie so sicher wie in den letzten Jahren, wie die neue "Aviation Risk 2020"-Studie der Allianz zeigt.

2018 drittsicherstes Jahr der Geschichte



So gab es 2017 zum ersten Mal seit 60 Jahren weltweit keine Todesopfer auf einem Passagierflug – es ist damit das sicherste Jahr überhaupt. Auf den zweiten Platz schafft es das Jahr 2015.

Letzes Jahr ist laut der Studie das drittsicherste Jahr in der Geschichte des kommerziellen Flugverkehrs: Es ereigneten sich insgesamt 15 tödliche Unfälle mit 556 Opfern.

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Autos und Hunde sind gefährlicher



In der EU hat sich seit vier Jahren kein tödlicher Absturz im kommerziellen Flugverkehr ereignet. Das zeigt, Fliegen ist im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln sehr sicher. So steht das Risiko, bei einem Flugzeugunglück zu sterben, laut den Statistiken des Aviation Safety Network bei 1 zu 188.364.

Im Vergleich: Das Risiko, bei einem Autounfall zu Tode zu kommen, stehen bei eins zu 103. Wahrscheinlicher ist es auch, durch einen Hundeangriff zu sterben (1 zu 115.111).

Grund für die gestiegene Sicherheit sind neue Technologien, effektivere Ausbildungen für Piloten und Crew sowie Verbesserungen in der Herstellung, heißt es in der Studie. Gleichzeitig haben die Hersteller das Risiko eines Triebwerkausfalls nahezu eliminiert.

Mehr Turbulenzen und Schäden



Zwar können sich Passagiere sicher fühlen beim Fliegen, müssen sich in Zukunft aber auf unruhigere Flüge einstellen, so der Bericht. "In den kommenden Jahrzehnten dürften die Turbulenzen durch den Klimawandel und die sich erwärmende Erdatmosphäre weiter zunehmen", sagt Axel von Frowein, Verantwortlicher Luftfahrtversicherung in Zentral- und Osteuropa. Besonders zwischen Europa und Nordamerika werde es vermehrt zu unruhigen Flügen kommen.

Trotz der verbesserten Sicherheit verzeichnet die Luftfahrtindustrie aber mehr Schäden. So wurden zwischen 2013 und 2018 50.000 Schadenfälle verzeichnet mit Kosten von rund 15 Milliarden Euro. Dazu gehören neben Zusammenstößen und Crashs auch Schäden durch Fremdkörper oder Kollisionen an überfüllten Flughäfen. Weil die Maschinen mit einer anspruchsvolleren Technik ausgestattet sind, steigen auch die Kosten für die Reparaturen.

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