So kreativ sind die Wiener Nachwuchs-Unternehmer

(v.l.n.r.) Die Schülerinnen Nina Gierlinger, Lara Drozda, Polina Pozdnyakova und Karla Oder nahmen Jury-Mitglied und Unternehmerin Katharina Schneider in die Mitte.
(v.l.n.r.) Die Schülerinnen Nina Gierlinger, Lara Drozda, Polina Pozdnyakova und Karla Oder nahmen Jury-Mitglied und Unternehmerin Katharina Schneider in die Mitte.Bild: Helmut Graf

Die nächste Start Up-Generation steht schon in den Startlöchern. Mit zwölf innovativen Ideen wollen die Schüler der Vienna Business School die Welt besser und leichter machen.

Nachdem Vorbild der beliebten Start Up-TV-Shows stellten sich am 6. März 46 Schülerinnen und Schüler aus der Vienna Business School in der Schönborngasse (Josefstadt) einer prominenten Jury. Dazu wurden sogar zwei Originalmitglieder der TV-Show "2Minuten - 2 Millionen", Daniel Zech und Katharina Schneider als Juroren gewonnen.



Die Vienna Business School hat im Unterricht einen Entrepreneur-Schwerpunkt und war in den letzten Jahren immer die einzige Schule in Wien, die sich für überregionale Wettbewerbe wie den europaweiten Youth Start Wettbewerb qualifizieren konnte. Grund genug für Schuldirektorin Eveline Grubner und Pädagoge Bernhard Irschik einen eigenen Business-Ideenwettbewerb zu starten.

Bei dem schulinternen Wettbewerb hatten die 16- bis 17-jährigen Schüler der zweiten HAK-Klasse die Gelegenheit, ihre Start Up-Ideen nicht nur vor ihren Kollegen und Lehrern vorzustellen, sondern sich auch dem Urteil von Unternehmern zu stellen, die großteils selbst erfolgreich Firmen gegründet haben. Rund 200 Zuschauer waren gekommen, um die Präsentation der Ideen mitzuerleben.

Fachjury bewertet Projekte

Die 13-köpfige Jury, darunter auch der Gründer der Lernhilfe-Plattform "talentify"Bernhard Hofer, die Generalsekretärin des Österreichischen Franchise-Verbands Barbara Rolinek sowie Petra Haslinger vom Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien, hatte die Aufgabe, die zwölf eingereichten Ideen auf deren wirtschaftliche Umsetzbarkeit zu prüfen und zu bewerten.

Das sind die 12 Business-Ideen

Projekt "Lightglove" von Eduard Denes, Mosche Jakobov und Marius Potthast.

Mit den von ihnen entwickelten Fahrradhandschuhen will das Trio die Verkehrssicherheit für Radfahrer erhöhen. Die Handschuhe sind mit Reflektoren und LED-Lichtern ausgestattet und funktionieren wie ein Blinker beim Motorrad. Durch das Zusammendrücken von Zeigefinger und Daumen leuchten die Lichter auf und signalisiert den anderen Verkehrsteilnehmern, dass man abbiegen will.

"for getting it" von Christina Hajek, Anna Hofbauer, Anna Plattner und Lydia Song

Das Projekt richtet sich an jene, die oft etwas vergessen. Egal, ob es sich um Kleidung, Schmuck oder elektronische Geräte - wenn im Urlaub etwas liegen bleibt, stellt sich oft die Frage, wie man sein Hab und Gut zurück bekommt. "For getting it" organisiert den Rücktransport durch Hotels oder andere Reisende und setzt dabei einen auf nachhaltigen und wertschätzenden Ablauf.

"Fit&Food" von Nicole Jeger, Stephanie Kreuzbacher, Maximilien Samhaber und Daniel Seemann

Für all jene, die gerne fit werden wollen, aber nicht wissen wie, haben die Schüler eine Webseite entwickelt, die personalisierte Trainings- und Ernährungpläne erstellt. Zusätzlich helfen Ernährungs- und Fitnessexperten mit Tipps weiter.

"Limitless loading" von Eugen Grundacker, Laurin Hofer, Mehmet Ali Katoglu, Celine Piskac und Anna Tomasevic

Das Projekt "Lilo" ermöglicht kabelloses Laden von Mobiltelefonen auf Distanz. Einfach den Lilo-Stick ins Handy stecken und schon wird der Akku durch den Lilo-Cube ohne jeden Kabelsalat aufgeladen.

"Pagra" von Konstantin Bauer, Leon Monroig, Lukas Scharmitzer und Kilian Spindler

Die App "Pagra" hilft, sich im juristischen Feld zurecht zu finden. User erhalten eine leicht verständliche Übersicht über die in Österreich geltenden Gesetze, können sich rechtliche Tipps geben und sogar Kaufverträge durch Experten prüfen lassen.

"Foodprot" von Zsombor Hidasi, Christoph Maukner und Severin Rath

Das Projekt will einen Beitrag zu einem nachhaltigen und ökologischeren Lebensstil leisten. Im Zentrum steht dabei eine proteinreiche Ernährung, deren Ursprung etwas unüblich ist. In einer Drei-Stufen-Modell sieht "foodprot" vor, Insekten als Proteinquelle von Partnerlandwirten einzukaufen, im eigenen Betrieb zu Halb- und Fertigprodukten zu verarbeiten und schließlich in einem Restaurant und über Franchising zu vertreiben. Statt Ham- und Cheeseburgern gibt es dann "Beetle-Burger", "Ladybug-Burger" oder Insektenlutscher. Damit sollen Menschen angesprochen werden, die sich proteinreich ernähren wollen, ohne dabei Fleisch essen zu müssen.

"Boxkit" von Natalie Fleischmann, Tim Fülöp und Moritz Kofler

Handynutzer, die auf ihr Telefon auch in der Nacht nicht verzichtet wollen, werden sich über "Boxkit" freuen. Das "Toolkit in der Box" bietet während der Nacht ein Depot für das Mobiltelefon und schützt so den Schlafenden vor Elektrosmog.

"BikeSaver" von Gundacker Hakon, Raphael Stangl und Florentin Steinbauer

Das Projekt sieht die Errichtung von Bikersaver-Automaten in Freizeitzonen, wie dem Wienerwald vor. Die Automaten sind nur um die Uhr zugänglich und stellen Werkzeug und Ersatzteile zur Verfügung, mit denen das Rad im Notfall rasch wieder fahrtüchtig gemacht werden können. Über eine App sind die Standorte der Automaten abrufbar.

"FitCour" von Felix Hecher, Nina Küffel, Maximilian Marada und Enea Vlk

Das Projekt bietet eine kostengünstigere Alternative zu den herkömmlichen Fitness-Studios. Die Idee sieht die Einrichtung von Fitnesshöfe direkt an Schulen vor, wobei der Einsatz von nachhaltigen Fitnessgeräten aus "upgecycleten" Material im Vordergrund steht.

"Running Food" von Anne Ebert, Lisa Hofer, Lara Rösch, Victoria Schirmer

Das Start Up-Unternehmen stützt sich auf das Restaurantkonzept des "Running Sushi". Statt Sushi rollen hier aber regionale Köstlichkeiten über das Laufband. In Wien wären das etwa "Running Schnitzel", "Running Kaiserschmarrn" oder "Running Käsekrainer".

"VisioBill" von Christoph Bräuer, Cornelius Führer, Maximilian Hauser, Julia Kickinger und Clemens Weinberger

Für alle, die sich mit ihren Rechnungen gerne verzetteln, hat "VisioBill" eine Lösung. Mithilfe der App können Rechnungen digitalisiert und in einer eigenen Buchhaltung verwaltet werden. Neben dem ökologischen Effekt der Papiereinsparung punktet die Idee mit einem jederzeit abrufbaren Überblick über die eigenen Finanzen.

"talented" von Lara Drozda, Nina Gierlinger, Karla Oder und Polina Pozdnyakova

Die App wendet sich an Nachwuchsschriftsteller und vereinfacht die Kommunikation zwischen Jungautoren und Verlagen. Nach der Registrierung können Textproben hochgeladen werden, auf die Verlage zugreifen können. Daraus sollen neue Buchprojekte entstehen, die auch mithelfen sollen, den österreichischen Jugendbuchmarkt auszubauen.

Vier strahlende Gewinner-Teams

Nach der strengen, eingehenden Prüfung der Projektideen wählte die Jury vier Sieger aus. Leider gab es diesmal keine Investorengelder, dafür aber viel Lob für den Unternehmer-Nachwuchs. Zu den Gewinnern zählen die Projekte "Foodprot", "talented", "Fitcour" sowie "Boxkit".

"Ich bin fasziniert, wie kreativ die Ideen der Schülerinnen und Schüler sind. Da könnten sich einige Start-Ups etwas abschauen. Und dass das Engagement der Jugendlichen von der Schule so stark gefördert wird, finde ich toll", erklärte Unternehmerin Katharina Schneider.

"Bei jedem der zwölf präsentierten Projekte haben die Schülerinnen und Schüler Überlegungen zur Nachhaltigkeit angestellt. Es geht nicht nur um Wirtschaft und Technik, sondern auch um unsere Gesellschaft, die sich in eine positive Richtung weiterentwickeln soll. Die Jugendlichen haben mit ihren Projekten gezeigt, dass ihnen diese Ziele auch bei ihren Geschäftsideen wichtig sind", lobte auch Bernhard Hofer, Gründer der Lernhilfe-Plattform talentify.me.

(lok)

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