So lüftest du bei wechselhaftem Wetter richtig

Zu heiß, zu hohe Luftfeuchtigkeit oder Energieverluste: Temperaturschwankungen erfordern auch beim Lüften Flexibilität.

Der richtige Zeitpunkt und die passende Dauer zum Lüften unterscheiden sich je nach Jahreszeit und Außentemperaturen massiv. Im Winter ist der Luftfeuchtigkeitsgehalt meistens niedrig und der Luftaustausch erfolgt schneller als in wärmeren Monaten, weswegen die Schimmelgefahr gering ist. Es drohen aber Energieverluste durch zu lange geöffnete Fenster, wobei die Wärme der geheizten Zimmer nach draußen entflieht. Deswegen sollte bei tiefen Temperaturen – und solange die Wohnung beheizt wird – kurz und intensiv gelüftet werden. Sogenanntes Stoßlüften ist empfohlen. Dabei werden sämtliche Fensterflügel für fünf Minuten komplett geöffnet.

Bei sommerlichen Temperaturen darf das Lüften länger dauern: 20 bis 25 Minuten sind ideal, damit ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann. Öffne die Fenster möglichst am frühen Morgen oder am späten Abend, wenn es draußen nicht so heiß ist. Nach dem Lüften sollten die Fenster wieder komplett geschlossen werden, damit die tagsüber warme Sommerluft nicht in das Haus eindringen kann. Das Dachgeschoss bildet hierbei eine Ausnahme: Dort musst du im Sommer mit höheren Temperaturen rechnen und die Raumluftfeuchtigkeit ist meist etwas tiefer. Daher kann im Dachgeschoss auch im Sommer am Tag gelüftet werden.

Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Schimmelbildung

Im Frühling und Herbst herrscht Schimmelgefahr wegen des höheren Feuchtigkeitsgehalts in der Luft. Schimmel kann überall dort entstehen, wo sich feuchte Luft auf kalten Oberflächen niederschlägt. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit auf der Oberfläche mehr als 80 Prozent beträgt und im Raum 65 Prozent überschreitet, sind die idealen Bedingungen für die Bildung von Schimmelpilzen gegeben. Diese verursachen nicht nur finanzielle Schäden, sondern können auch zu Augenbrennen, Ekzemen und Atemwegerkrankungen wie Bronchitis, Asthma oder Lungenentzündungen führen. Mit regelmäßigem Lüften kann die Luftfeuchtigkeit reguliert und Schimmel vorgebeugt werden. Die empfohlene Luftfeuchte für Wohnräume liegt zwischen 40 und 55 Prozent. Bei frühlingshaften Temperaturen und an Herbsttagen sollte mindestens dreimal am Tag 10 bis 15 Minuten gelüftet werden.

Im Badezimmer und in der Küche gilt erst eine Raumluftfeuchte von 60 beziehungsweise 70 Prozent als zu hoch. Kochen und Duschen sorgen für einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit, und im Anschluss an diese Tätigkeiten sollte in allen Jahreszeiten für einen raschen Luftaustausch quergelüftet werden. Das bedeutet, dass du zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnest und so Durchzug schaffst. Die feuchtigkeitsgeladene Luft aus Küche oder Bad wird nach draußen gezogen und trockenere Außenluft kann in das Zimmer eindringen. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Luft draußen nicht genauso feucht und schwül ist wie die Zimmerluft.

Darf das Fenster nicht einmal in heißen Sommernächten gekippt werden?

Wie sieht es mit dem Kippen von Fenstern aus? Im Winter entweicht durch das geöffnete Fenster zu viel warme Luft, während im Sommer die heiße Außenluft in das Gebäude eindringt. Für die Sauerstoffversorgung ist es auch gar nicht nötig, das Fenster mehrere Stunden zu kippen. Wird abends richtig durchgelüftet, ist nachts kein offenes Fenster nötig für die Versorgung mit frischer Luft. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei Außentemperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius darfst du die Fenster abends bis in die frühen Morgenstunden gekippt lassen, da das die empfohlene Schlafzimmertemperatur ist und die Außenluft das Zimmer somit weder kühlt noch erwärmt.

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