Coronavirus – vom Tier zum Mensch zur Epidemie

Corona, Salmonellen, Ebola, BSE: Wie sich Viren von Tieren auf den Menschen übertragen können und warum das in Zukunft öfter passieren wird.

Das Coronavirus macht derzeit weltweit Schlagzeilen. Von der chinesischen Stadt Wuhan ausgehend, breitet sich die Infektion seit Anfang Jänner 2020 immer weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermutet, dass das Virus von Tieren auf Menschen übertragen wurde. Nun scheint die Infektion auch von Mensch zu Mensch zu springen.

Vom Tier zum Mensch zur Epidemie (!?)

Sogenannte "Zoonosen" sind Infektionen und Krankheiten, die natürlicherweise nur bei Tieren (z.B.: Wildtiere, exotische Reptilien, Nutztiere) vorkommen. Sie können jedoch, wie das Coronavirus, auf den Menschen übertragen werden. Laut der Welt-Tiergesundheitsorganisation OIE sind 60 Prozent der Infektionskrankheiten zoonotisch. Bekannte Zoonosen in Österreich sind zum Beispiel Salmonellen (Verzehr von ungenügend gekochten Geflügelprodukten), Tollwut (durch Biss übertragen), Toxoplasmose (z.B.: durch Katzenkot übertragen), Ebola, BSE, Schweinegrippe "Influenza A" oder das 2003 ebenfalls in China ausgebrochene SARS-Coronavirus.

Forscher vermuten, dass das Coronavirus von Fledermäusen übertragen wurde, wie es auch 2003 beim SARS-Coronavirus in China der Fall war. Das Virus springt dabei nicht zwingend auf direktem Wege von der Fledermaus zum Menschen, sondern über einen sogenannten Zwischenwirt – vermutlich Schlangen –vermuten Forscher. Zudem liegt die Vermutung nahe, dass sich das Virus von einem Fischmarkt in Wuhan aus verbreitete. Auf dem chinesischen Markt sollen illegal Wildtiere verkauft werden, unter anderem auch Schlangen. Der Fischmarkt wurde in der Zwischenzeit geschlossen, wie WWF Deutschland berichtet.

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Wie es aussieht, verbreitet sich das Coronavirus nun auch von Mensch zu Mensch. Das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch scheint jedoch "deutlich niedriger zu sein als bei der saisonalen Grippe", informiert die AGES in einem aktuellen Video (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit).

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Zoonosen in Zukunft häufiger?

Wie der WWF und andere Naturschutz- oder Gesundheitsorganisationen vermuten, werden sich Zoonosen in Zukunft häufiger und leichter ausbreiten. Schuld daran sollen die Globalisierung (weltweite Reisen, weltweiter Handel, hohe Bevölkerungsdichte), der Klimawandel und der illegale Wildtierhandel sein.

"Es gibt immer mehr Menschen auf der Welt, die dazu immer häufiger in Metropolen, also auf engem Raum leben... Das führt dazu, dass sich Erreger einfacher und schneller ausbreiten können"

, so WWF-Tierärztin May Hokan. Insbesondere durch den Wildtierhandel werde "ein Überschwappen von Viren von Wildtieren auf Menschen ermöglicht."

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