So unheimlich "singt" das Magnetfeld unserer Erde

Forscher haben erstmals herausgefunden, wie das Schwingen der Magnethülle beim Aufprall eines heftigen Sonnensturms klingt, wenn man es in hörbare Frequenzen überträgt.
"Im Weltall hört dich niemand schreien" – mit diesem Gänsehaut-Slogan startete Ende der 1970er Jahre der SciFi-Schocker "Alien" in den weltweiten Kinos. Doch in der Realität zeigt sich, der Weltraum ist alles andere als stumm.

Ein Wissenschaftler-Team an der Universität Helsinki hat erstmals herausgefunden, wie das Schwingen der Magnethülle unseres Planeten beim Aufprall eines heftigen Sonnensturms klingt. Dazu wurden die Wellenmuster in hörbare Frequenzen umgewandelt. Die Folge ist ein unheimliches "Singen".

Dazu griffen sie auf Daten zurück, die von Forschungssatelliten der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen der "Cluster"-Mission seit dem Jahr 2000 aufgezeichnet werden.

Was die Wissenschaftler außerdem feststellen konnten: Während in Ruhephasen die Töne tiefer sind und von einer einzigen Frequenz dominiert werden, wird die Melodie unseres Magnetfelds bei einem Sonnensturm viel komplexer.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Auch als Polarlichter sichtbar

Das passiert offenbar, weil die magnetischen Wellen bei einem Sturm von einem viel komplizierteren Muster von Wellen überlagert werden. Das erzeugt auch Turbulenzen, die sich in Richtung Erde weiterbewegen. Die Wellen kollidieren dann mit den äußeren Schichten unseres Magnetfelds, hinter denen es dann zu einer Resonanz kommt. Dringen diese Auswirkungen eines Sonnensturms in die obere Atmosphäre ein, können sie dort auch als Polarlichter sichtbar werden.



Eine Visualisierung der Wellenmuster, während sie auf das Magnetfeld der Erde (li.) treffen. (Quelle: Vlasiator-Team, Universität Helsinki)

Sonnenstürme sind ein wichtiger Teil des Weltraumwetters. Sie zu verstehen ist von großer Bedeutung für die Raumfahrt und auch unsere Satellitensysteme, da sie unsere Elektronik empfindlich stören und im schlimmsten Fall komplett ausfallen lassen können. Um ihre Erforschung voranzutreiben, will die ESA in Zusammenarbeit mit der NASA schon im Februar 2020 einen neuen "Solar Orbiter" ins All schießen.

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