Online-Date getötet und danach im Wald vergraben

Der beschädigte Pkw der ermordeten Manuela K. war Ende Jänner in Traunstein gefunden worden.
Der beschädigte Pkw der ermordeten Manuela K. war Ende Jänner in Traunstein gefunden worden.Polizei Oberbayern
Am 8. März wurde die Leiche der vermissten Manuela K. (59) aus Bergen gefunden. Ihr mutmaßlicher Killer steht nun vor Gericht.

Wochenlang gingen die Ermittler im Fall Manuela K. unzähligen Spuren nach. Die Bayerische Polizei spricht von einer "außergewöhnlich hohen Anzahl von Ermittlungsspuren" und knapp 700 kriminaltechnischen Auswertungen, die durchgeführt wurden.

Nachdem zehn Tage lang jede Spur von ihr fehlte, war die Bergenerin Manuela K. (59) am 19. Jänner vergangenen Jahres als vermisst gemeldet worden. Die Polizei suchte per Vermisstenanzeige nach ihr. Da der Fall zahlreiche Ungereimtheiten aufwies, übernahm die Kripo Traunstein die Ermittlungen, arbeitete auch eng mit den österreichischen Behörden, dem LKA Linz und Salzburg zusammen. 

Tage später ging ein Hinweis auf das Fahrzeug der Vermissten ein. Die Polizei fand den beschädigten Opel Insigna von Manuela K. Ende Jänner in Traunstein, im Stadtteil Haidforst. Ihr Killer dürfte ihn am frühen Morgen des 10. Jänner dort abgestellt haben. Deutschen Medienberichten zufolge soll der Täter auf seiner Fahrt dorthin mit dem Auto einen Unfall gehabt und die Polizei im Pkw Blutspuren gefunden haben. 

Spur führte zu 60-jährigen Deutschen der in OÖ lebt

Aufgrund der Nachforschungen erhärtete sich der Verdacht, dass Manuela K. einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Unter dem Namen "Sonderkommission Manuela" begannen umfangreiche Ermittlungen und zahlreiche kriminaltechnische Untersuchen, die schließlich zur Spur eines 60-jährigen Deutschen, zuletzt wohnhaft im oberösterreichischen Bezirk Vöcklabruck, führten. 

Der Verdächtige Herbert B. wurde am 7. März in Freilassing verhaftet. Er leistete keinen Widerstand. Bei der polizeilichen Vernehmung leugnete er zunächst die Tat, führte die Polizei am nächsten Tag aber zum Versteck der Leiche von Manuela K, in ein Waldstück im Gemeindebereich Siegsdorf. In einem Schilfbereich am Waginger See war auch eine Matratze sowie Bettzeug aus der Wohnung von Manuela K. gefunden worden.

Opfer und Täter lernten sich über Dating-Plattform kennen

Das Opfer wies deutliche Zeichen stumpfer Gewalt auf. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass sie in der eigenen Wohnung in Bergen verstorben war, dann in den Wald geschafft und vergraben wurde. Wie "Heute" von der Staatsanwaltschaft erfuhr, ist die genaue Todesursache unklar. Man geht davon aus, dass Manuela K. durch einen Gegenstand in der Wohnung erstickt oder erschlagen wurde. 

Laut Ermittler sollen sich der Tatverdächtige und Manuela K. über ein Dating-Portal kennengelernt und der 60-Jährige die Getötete zur Tatzeit zuhause besucht haben. Gegen den Traunsteiner wurde Untersuchungshaft angeordnet, er wurde in die Justizvollzugsanstalt gebracht. Er soll bereits Vorstrafen haben. 

Sechs Prozesstermine vorgesehen

Ermittler und Staatsanwaltschaft gehen von "Mord aus Habgier" aus. Die Frau hatte vor ihrem Ableben einen hohen Bargeldbetrag in der Wohnung aufbewahrt, der später nicht mehr auffindbar war. 

Ab 9. März muss sich der Angeklagte vor dem Schwurgericht Traunstein verantworten. Der Prozess ist für mehrere Tage angesetzt. Die Fortsetzungstermine sind aktuell für den 15., 22., 23., 25. und 26. März, jeweils ab 9 Uhr, geplant.

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