Solskjaer überfordert? Ronaldo hilft als Coach aus

Cristiano Ronaldo und Bruno Fernandes coachen United. Cheftrainer Ole Gunnar Solskjaer lässt sie.
Cristiano Ronaldo und Bruno Fernandes coachen United. Cheftrainer Ole Gunnar Solskjaer lässt sie.Screenshot
Cristiano Ronaldo übt sich nach seiner Auswechslung als Coach. United verliert den Champions-League-Auftakt in Bern.

Diese Bilder kennt man noch vom EM-Finale 2016: Cristiano Ronaldo musste verletzt raus, dirigierte sein Team mit emotionalen Kommandos von der Seitenlinie, stahl dabei Teamchef Fernando Santos die Show.

Am Dienstagabend lässt ihn auch Manchester Uniteds Chefcoach Ole Gunnar Solskjaer gewähren. Neben dem Norweger stehen in der Schlussphase des ersten Gruppenspiels in der Königsklasse plötzlich seine zwei portugiesischen Stars Ronaldo und Bruno Fernandes am Rand der Coachingzone. Sie geben den "Red Devils" Anweisungen. Solskjaer steht daneben und lässt sie.

Das erweckt einen komischen Eindruck. Auch, weil United in der 95. Minute durch einen katastrophalen Eigenfehler von Jesse Lingard das Match bei den Young Boys Bern noch mit 1:2 verliert. Superstar Ronaldo brachte die Gäste zuvor in Führung. Dann flog Aaron Wan-Bissaka vom Platz. Bern ist in Überzahl drückend überlegen, schafft die Sensation.

Hat Solskjaer seine Mannschaft nicht im Griff?

Diese Frage beschäftigt dieser Tage so manchen United-Fan. Durch die Neuzugänge Ronaldo (Juve), Raphael Varane (Real) und Jadon Sancho (Dortmund) hat der englische Rekordmeister nun definitiv wieder einen Kader, der Titel nicht nur möglich macht, sondern geradezu danach verlangt. Ob die Klub-Ikone tatsächlich der richtige Mann ist, aus dem Star-Ensemble eine Meistermannschaft zu formen, ist für so manche Fans aber auch Experten fraglich.

Szenen wie jene aus Bern lassen Außenstehende an seiner Stellung ganz oben in der Hierarchie zweifeln. Er wäre nicht der erste Trainer, der an Ronaldo und seinem Einfluss auf ein Team zerbricht. Jüngstes Beispiel: Juve-Legende Andrea Pirlo im Vorjahr.

Die englischen TV-Experten beobachten die Situation im roten Teil Manchesters ebenfalls mit Argusaugen. Rio Ferdinand kommentiert die Szene in der Coachingzone: "Wenn ich der Trainer bin, sag ich ihm, dass er sich niedersetzen soll." Ferdinand ist eine United-Legende, spielte einst mit Ronaldo gemeinsam beim englischen Top-Team.

Er plauderte auch kürzlich aus, wer es früher schaffte, das Beste aus dem damals jungen Ronaldo herauszuholen: Sir Alex Ferguson. Der nahm ihn an die kurze Leine, machte ihn auch mal vor versammelter Mannschaft nieder, wenn er nicht mannschaftsdienlich spielte. Damals zweifelte keiner an der internen Hackordnung. Aber freilich: Seither wurde Ronaldo fünf Mal zum Weltfußball gewählt und staubte zahlreiche Titel und Rekorde ab. Solskjaer wartet hingegen noch auf seinen ersten Trainer-Pokal mit United…

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