"Spatzenpost"-Verlag verklagt Rotes Kreuz

Fritz Neugebauer, GÖD-Vorsitzender und Bildungssprecher ÖVP bei einer Parlamentssitzung im Plenum bei der Lektüre der "Spatzenpost". Archivbild, März 2006
Fritz Neugebauer, GÖD-Vorsitzender und Bildungssprecher ÖVP bei einer Parlamentssitzung im Plenum bei der Lektüre der "Spatzenpost". Archivbild, März 2006picturedesk.com/Christian Müller
Der Innsbrucker Verlag Jungösterreich, der auch die bekannte "Spatzenpost" herausgibt, hat nun Klage gegen das Österreichische Rote Kreuz eingebracht. Das Unternehmen fordert offenbar 1,5 Millionen Euro Schadenersatz von seinem früheren Partner.

Fast zwanzig Jahre lang, von 1990 bis 2019, hat der Verlag Jungösterreich seine Schülerzeitschriften, darunter auch die "Spatzenpost" und "Topic", gemeinsam mit dem Buchklub der Jugend und dem Roten Kreuz herausgegeben. Der Vertrag war unbefristet und sollte nur gekündigt werden dürfen, wenn "die Förderung des Ideenguts" nicht mehr Teil der Blattlinie sei. 

Anfang 2019 stieg das ÖRK plötzlich aus dem Vertrag aus, der Buchklub zog wenig später nach. Nur zwei Monate später startete das Rote Kreuz mit seinem eigenen Leseangebot ("Hallo Schule!" oder "Meine Welt") die dem früheren Vertragspartner nach eigenen Angaben einen Abo-Rückgang bescherten. Man habe die der Leseförderung dienenden Zeitschriften neu konzipieren und eine neue Vertriebsstruktur aufbauen müssen, heißt es laut "Standard" in der Klagsschrift.

Zudem habe das ÖRK noch vor dem Ausstieg eigene Zeitschriften-Titel schützen lassen wollen, die der "Spatzenpost" frappant ähnelten. Der Verlag ortet einen Verstoß gegen das Konkurrenzverbot und fordert unter anderem deswegen nun 1,5 Millionen Euro Schadenersatz.

Nicht mehr zeitgemäß?

Ein Sprecher des Roten Kreuzes bestätigte am Mittwoch, die entsprechende Klagsschrift erhalten zu haben. Gleichzeitig erläuterte er die Hintergünde: Man habe den gesetzlichen Auftrag, jungen Menschen in Bildungseinrichtungen humanitäre Werte zu vermitteln. "Wir sind der Überzeugung, dass wir die neuen Publikationen brauchen, um diesem Auftrag in zeitgemäßer Form und durch zeitgemäße didaktische Konzepte auch in Zukunft nachkommen zu können", wird der ÖRK-Sprecher weiter zitiert. Das sei auch wichtig, um die Lesekompetenz zu fördern. Deswegen habe man sich damals von dem Innsbrucker Verlag getrennt.

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