Stadtrat als Lok-Führer! Hanke testet Zug-Simulator

Simulation und Virtual Reality: Beim Hafen Wien (Leopoldstadt) ging nun die "Traincademy" in Betrieb. Auch Stadtrat Hanke spielt Lok-Führer. 

In den nächsten Jahren werden allein in Österreich mehrere tausend MitarbeiterInnen im Personen- und Güterbahnwesen gesucht. In Wien ist nun mit der Traincademy in der Freudenauer Hafenstraße 8-10 (Leopoldstadt), einem Gemeinschaftsprojekt der Wiener Lokalbahnen und ihrer europaweit tätigen Güterverkehrstochter WLC, ein modernes Schulungszentrum für Eisenbahnberufe in Betrieb gegangen.

"Bahnberufe sind Zukunftsberufe mit großen Chancen und spannenden Job-Perspektiven. Bahnunternehmen suchen händeringend nach LokführerInnen und anderen Spezialistinnen und Spezialisten. Wir brauchen die besten Kräfte auch für den Klimaschutz. Für die Verkehrswende ist es nötig, Personen- und Güterverkehr stärker auf die Bahn zu verlagern. In der Traincademy bilden wir künftige Fachkräfte mit modernster Technik aus", betonte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Der Wiener Öffi-Stadtrat besuchte am Montag das neue Schulungszentrum Traincademy im Hafen Wien. 

Moderne Simulatoren und VR-Technologie im Schulungseinsatz

Die Traincademy setzt im Rahmen der Ausbildung stark auf Digitalisierung. Zwei moderne Bahnsimulatoren unterstützen künftige LokführerInnen in der Ausbildung. Mit dem Simulator können realitätsnahe Trainings durchgeführt werden, die im Echtbetrieb praktisch nie simuliert werden können oder die sehr aufwändig und zeitintensiv sind.

So etwa das richtige Verhalten bei technischen Störungen, einer defekten Fahrleitung, einer blockierten Strecke oder infrastrukturellen Schäden. Zusätzlich kommen erstmals in Österreich moderne Virtual Reality-Technologien im Eisenbahnschulungswesen zum Einsatz. Dank VR-Brille lernen Schüler ressourcenschonend und auf moderne Art und Weise Fahrzeugtechnik kennen, erleben Aspekte der Arbeitssicherheit oder auch Fahrszenen realitätsnah in der Ausbildung.

Lok-Führerinnen und Lok-Führer werden laufend gesucht

"Die Traincademy ist eine Investition in die Zukunft des heimischen Bahnwesens. Die ganze Branche sucht hoch qualifiziertes und bestens geschultes Personal, um Personen und Güter sicher und umweltfreundlich zu bewegen. Darum war es uns sehr wichtig, diese Schulungseinrichtung gemeinsam mit unserer Güterverkehrstochter WLC ins Leben zu rufen und eine Top-Ausbildung in diesem Bereich zu ermöglichen", so Monika Unterholzner, Geschäftsführerin der Wiener Lokalbahnen, dem Betreiber der Badner Bahn.

Man sei laufend auf der Suche nach Lokführern für Österreich und Deutschland. "Es gibt viele spannende Berufsfelder im Bahnwesen und die Traincademy vermittelt dafür praxisnahes Know-how. Mit modernen Bahn-Simulatoren und Virtual-Reality-Elementen im Rahmen der Ausbildung wollen wir die Traincademy als Top-Schulungsadresse in Österreich positionieren", ergänzt Bernd Müller, Geschäftsführer der Wiener Lokalbahnen Cargo (WLC).

Mit Traincademy zum Zugplaner, Fahrdienstleiter oder Zugführer

Das Angebot der Traincademy für Bahnberufe ist vielfältig. Neben der Komplettausbildung für Lokführer bietet die Schulungseinrichtung zahlreiche weitere Angebote. Dazu gehören etwa Kurse für Lokführer aus dem Ausland, um das ÖBB-Netz befahren zu dürfen, Schulungen zur Fahrzeugsicherung oder für den Verschub.

Auch Schulungen für Fahrdienstleiter, Zugplaner oder andere Schlüsselberufe im Eisenbahnwesen sind geplant. Die Wiener Lokalbahnen-Gruppe nutzt die Traincademy auch zur internen Aus- und Fortbildung ihrer Mitarbeiter im Güter- und Personenverkehr. Gleichzeitig ist die Schulungseinrichtung auch für externe Eisenbahnunternehmen und deren MitabeiterInnen offen.

Bahnverkehr als wichtiger Faktor für den Klimaschutz

"Der Ausbau des Bahnverkehrs ist ein zentraler Faktor für das Erreichen der Klimaschutzziele. Gut 95 Prozent der CO2-Emissionen des gesamten Verkehrssektors in der EU verursachen der PKW- und LKW-Verkehr", wurde betont. Weniger als fünf Prozent entfallen auf den öffentlichen Personenverkehr mit Bus, Straßenbahn, U-Bahn sowie den Schienenpersonen- und -Güterverkehr. Das Einsparungspotenzial für CO2-Emissionen sei damit enorm, verursache doch der gesamte Verkehrssektor etwa ein Viertel der EU-weiten Treibhausgasemissionen. Der Gütertransport auf der Straße verursache rund 15-mal höhere Emissionen als der Transport mit der Bahn.

Auch im Personenverkehr sei die Bahn effizient und umweltfreundlich unterwegs. Im Vergleich zur Fahrt mit dem PKW spare ein Pendler mit der Badner Bahn auf der Strecke von Baden nach Wien über 1.600 Kilogramm CO2 pro Jahr ein.

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