Stark verschmutzte Luft begünstigt Corona-Infektion

Eine aktuelle Studie weist den Zusammenhang zwischen Corona-Ansteckungsrisiko und Feinstaubbelastung nach.
Eine aktuelle Studie weist den Zusammenhang zwischen Corona-Ansteckungsrisiko und Feinstaubbelastung nach.Getty Images/iStockphoto
Je höher die Luftverschmutzung, desto größer das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken: Das bestätigt eine neue Studie aus Varese (Italien).

Schon ein jährlicher Anstieg von einem Millionstel Gramm Feinstaub pro Kubikmeter könnte zu fünf Prozent mehr Ansteckungen führen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie aus dem norditalienischen Varese. Die Stadt ist generell von Luftverschmutzung betroffen, laut Studie gibt es aber auch innerhalb der Stadt Unterschiede – die Wohnadresse hängt mit dem Infektionsrisiko zusammen.

Bei 100.000 Menschen wären es - bei einem jährlichen Anstieg von einem Millionstel Gramm Feinstaub pro Kubikmeter - 294 zusätzliche Coronavirus-Fälle, so die Forscherinnen und Forscher in Varese. Die von Industrie geprägte Stadt liegt in der Lombardei – jener norditalienischen Region also, die von der Pandemie besonders stark getroffen wurde.

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Neben Feinstaub, der laut Studie sehr deutlich mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko in Verbindung steht, untersuchten die Forscherinnen und Forscher auch die Belastung durch Stickstoffdioxid, Stickoxid und Ozon. Die Studie, die im Fachmagazin "Occupational & Environmental Medicine" veröffentlicht wurde, sei "ein erster solider empirischer Beleg" für eine Verbindung zwischen langfristiger Luftverschmutzung und Coronavirus-Ansteckungszahlen.

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Schlechte Luft erhöht Risiko einer Corona-Erkrankung

Es gibt bereits einige Studien, die aufzeigen, dass Luftverschmutzung ein Risikofaktor für eine Ansteckung mit dem Coronavirus ist. Für die aktuelle Studie wurde die Schadstoffbelastung von knapp 63.000 Einwohnern (über 18 Jahren) von Varese während des gesamten Jahres 2018 herangezogen.

Dazu wurden die Wohnadressen den jährlichen und saisonalen Durchschnittswerten von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Stickoxid und Ozon in einem Gebiet von einem Quadratkilometer zugeordnet. Norditalien ist besonders von Luftverschmutzung betroffen.

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Von den knapp 63.000 Einwohnern hatten sich von Beginn der Pandemie bis zum März 2021 über 4.400 mit dem Coronavirus angesteckt. Nach Berücksichtigung von verschiedenen Faktoren, wie etwa Alter, Geschlecht und Nebenerkrankungen, ergab die Studie, dass die Belastung durch Luftverschmutzung "signifikant mit einer erhöhten Covid-19-Infektionsrate in Verbindung gebracht werden" könne.

Der nachgewiesene Zusammenhang zwischen Ansteckungsrisiko und Feinstaubbelastung sei bei Menschen über 55 besonders deutlich sichtbar gewesen.

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