Studie: Schonen E-Autos Umwelt wirklich?

E-Autos sind nicht alltagstauglich, überteuert und schlecht für die Umwelt, wird oft behauptet. Ein Faktencheck widerlegt diese Vorwürfe.

E-Autos werden immer attraktiver. Gleichzeitig wird oft behauptet, dass E-Autos eigentlich umweltschädlich, nicht alltagstauglich und überteuert sind. Die Experten des Klima- und Energiefonds sowie des VCÖ gingen dem Thema auf den Grund. Ihr Faktencheck widerlegt diese Befürchtungen.

Sind E-Autos leistbar? In der Anschaffung sind E-Autos zwar derzeit noch teurer als jene mit Verbrennungsmotoren, jedoch amortisiert sich der Kauf meist innerhalb weniger Jahre aufgrund von Förderungen, steuerlichen Anreizen und deutlich geringeren Betriebskosten.

Ein Beispiel

Als Beispiel wurden zwei Autos verglichen: Ein Verbrenner (135 kW) inkl. USt & NoVA um 32.000 € und ein vergleichbares E-Auto (125 kW) inkl. USt um 38.000 €, zzgl. 2.000 € Wallbox, abzgl. 4.000 € Förderung.

Bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 km wurde ein Verbrauch auf 100 km von 7 Liter Benzin (1,20 €/l) oder beim E-Auto von 18 Kilowattstunden (0,22 €/kWh) angenommen. Nach ca. 2,5 Jahren hatte sich das E-Auto in diesem Beispiel amortisiert, nach 8 Jahren betrug der Kostenvorteil rund 10.000 €.

Bis 600 Euro weniger Treibstoffkosten



„Der Umstieg auf ein abgasfreies E-Auto senkt nicht nur die Belastung für das Klima und Gesundheit, sondern schont letztlich auch die Geldbörse: E-Auto-Besitzer sparen im Schnitt 500 bis 600 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr. Zusätzlich senken deutlich geringere Kosten für Versicherung und Wartung die laufenden Kosten deutlich", betont Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds.

Zudem sind 94 Prozent aller Autofahrten in Österreich kürzer als 50 Kilometer – diese Strecken sind für moderne E-Autos, die mit einer Ladung problemlos 200 Kilometer und mehr zurücklegen, keinerlei Herausforderung mehr.

Weniger CO2-Emissionen

Viele glauben trotzdem, E-Autos seien umweltschädlich. Und tatsächlich: In der Produktion verbrauchen sie derzeit tatsächlich mehr Energie als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Die Energie, die in der Produktionskette von Elektrofahrzeugen anfällt – etwa durch die Rohstoffgewinnung und Herstellung von Stahl oder Aluminium für die Akkus –, ist höher als jene, die in konventionellen Kfz steckt.

Ein Großteil der Batterien wird derzeit in China hergestellt. Da die Chinesen aber Strom zu 80 Prozent mit Kohlekraftwerken produzieren, ist auch die energieintensive Herstellung von Batterien extrem umweltschädlich.

Berücksichtigt man aber den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge inklusive Batterieproduktion, verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber Verbrennungsmotoren um 70-90 Prozent weniger CO2.

Atomenergie für den Strombedarf?



Ein weiterer Mythos ist, der erhöhte Strombedarf für E-Autos könne nur mit Fossil- und Atomenergie gedeckt werden. Der Umstieg auf das E-Fahrzeug bedingt zwar einen höheren Strombedarf, zugleich wird aber der Gesamtenergiebedarf durch die Effizienz des Elektromotors gesenkt.

„Stiegen rund 20 Prozent aller Pkw in Österreich auf Elektroantrieb um – das wären 1 Million Fahrzeuge –, würde der heimische Strombedarf gegenüber dem Jetztstand rechnerisch um nur rund 3,6 Prozent steigen", weiß Faktencheck-Autor Georg Günsberg.

Diese Menge ist in den kommenden Jahren relativ leicht durch neue Ökostromanlagen in Österreich abdeckbar. Wie eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, ist eine 100%ige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis 2030 umsetzbar – und das ohne signifikante Mehrkosten.

(GP)

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