Studie empfiehlt Corona-Impfung vor Operationen

Forschende empfehlen in einer Studie, dass Patientinnen und Patienten, die sich einer geplanten Operation unterziehen, beim Impfen priorisiert werden.
Forschende empfehlen in einer Studie, dass Patientinnen und Patienten, die sich einer geplanten Operation unterziehen, beim Impfen priorisiert werden.EXPA / APA / picturedesk.com
Flächendeckende Corona-Impfungen bei Patienten, die geplant operiert werden, könnten jedes Jahr weltweit fast 60.000 Leben retten.

Forschende haben in einer großangelegten Studie mit über 140.000 Teilnehmenden untersucht, wie sinnvoll eine Impfung gegen das Coronavirus vor einem chirurgischen Eingriff ist. Mit über 15.000 Chirurgen und Anästhesisten aus 116 Ländern ist es nach Angaben des Forscherteams die größte wissenschaftliche Zusammenarbeit aller Zeiten.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass die Impfung vor der Operation einen hohen Nutzen aufweist. Demnach profitieren vor allem über 70-Jährige und Krebspatienten. In den ersten 30 Tagen nach einer Operation haben am Coronavirus erkrankte Menschen ein 4- bis 8-fach höheres Sterberisiko. Bei über 70-jährigen Krebspatienten steigt das Sterberisiko bei einer Corona-Infektion um ein Siebenfaches.

Deutliche Reduktion bei benötigten Impfungen

Die Auswertungen der Forschenden zeigen, dass eine Covid-19-Impfung vor geplanten Operationen zahlreiche Todesfälle verhindern könnte. Die "Number Needed to Vaccinate", also die Anzahl Patienten, die pro Jahr gegen Corona geimpft werden müssen, um einen Tod zu verhindern, liegt bei über 70-Jährigen allgemein bei 1840. Ohne Operation.

Wird in der gleichen Altersgruppe eine geplante Operation durchgeführt, ist der Effekt fast doppelt so groß: 733 Impfungen könnten dann ein Leben retten. Bei einer Operation wegen Krebs sind es 351 Impfungen, die durchgeführt werden müssten, um ein Leben zu retten.

In den anderen Altersgruppen (50-69 Jahre und 18-49 Jahre) zeigt sich derselbe Effekt. 196.131 Impfungen sind bei den 18- bis 49-Jährigen beispielsweise nötig, um einen Tod zu verhindern. Wird dieselbe Altersgruppe vor einer Krebs-Operation geimpft, sinkt die Zahl auf 3922 Impfungen.

Fast 60.000 gerettete Leben pro Jahr

Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen deshalb, dass eine Impfung von Patienten, die sich einer geplanten Operation unterziehen, priorisiert werden müsste: Weil sie potenziell deutlich mehr Leben retten könnte, als bei der allgemeinen Bevölkerung, nämlich weltweit 58.687 pro Jahr. Zudem versprechen sie sich eine Senkung der Gesundheitskosten und eine Entlastung für Intensivstationen. Wer eine Covid-Infektion durchgemacht hat, sollte mindestens zwei Monate warten, bis er oder sie sich operieren lässt.

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