Hälfte der Corona-Toten stammt aus Pflegeheimen

In Pflegeheimen gibt es eine hohe Anzahl an Corona-Infizierten. Jetzt hat eine neue Studie gezeigt, dass etwa die Hälfte der Corona-Todesfälle in Heimen stattfindet.

Alten- und Pflegeheime entwickeln sich zusehens zu sogenannten Corona-Hotspots. Eine Studie, welche die Todesfälle in mehreren europäischen Ländern untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der Covid-19-Toten aus Pflegeheimen stammt.

Insgesamt wurde die Lage in fünf Ländern bewertet und miteinander verglichen. Eine Forschergruppe der London School of Economics hat für ihre Untersuchung die offiziellen Daten ausgewertet: Italien, Spanien, Irland, Belgien und Frankreich. Demnach standen zwischen 42 und 57 Prozent aller Todesfälle in diesen Heimen in Verbindung mit dem neuartigen Erreger. Dazu hat der „Guardian" berichtet.

Studie zeigt erstmals das Ausmaß der Infektionen

Die Studie sei nur bedingt aussagekräftig, wie die Wissenschaftler betonen, da die Fälle auf verschiedene Weise gezählt werden und sich auch die Definition von "Pflegeheim" sich von Staat zu Staat unterscheide. Dennoch könne sie als Illustration für das deutliche Ausmaß der Infektionen und Todesfälle in Heimen gelten. Ein Umstand, der nicht ignoriert werden sollte.

Der Vergleich zwischen den Ländern sei allgemein aufgrund der unterschiedlichen Kategorisierungen, Vorgangsweisen und Datenlagen recht schwer zu beurteilen. In Großbritannien bemängeln Kritiker zudem, dass offiziell kaum Todesfälle in Heimen existieren. Der britische Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert. Es fehlt im Kampf gegen die Pandemie an Klinikpersonal, Betten, Schutzausrüstungen und Tests.

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