Sturm auf AKP-Büro und Polizeihauptquartier

In der türkischen Metropole Istanbul nimmt die Gewalt kein Ende. Einen Tag nach der Geiselnahme im Justizpalast mit drei Toten sind zwei weitere Attentate verübt worden. Anschlagsziel waren das Büro der Regierungspartei AKP und das Polizeihauptquartier.

Der Polizeistützpunkt im Bezirk Fatih ist von einem Mann und einer Frau unter Beschuss genommen worden. Die Sicherheitskräfte haben das Feuer erwidert, sie dürften die Frau tödlich getroffen haben. Sie soll Sprengstoff bei sich getragen haben. Der verletzte Mann ist zunächst geflohen, später aber gefasst worden.

Wenige Stunden später hat ein Bewaffneter ein Büro der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP gestürmt. Auch dieser Angreifer ist festgenommen worden.

Geiselnahme mit drei Toten

Am Dienstag hatten zwei Linksextremisten im Justizpalast einen Staatsanwalt in ihre Gewalt genommen. Im Zug der Befreiungsaktion erschossen die Sicherheitskräfte die beiden Mitglieder der verbotenen Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front. Der Ankläger erlag am Weg ins Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die DHKP-C ist verboten, sie steht in der Türkei, in der EU und in den USA auf der Terrorliste.
Zahlreiche Festnahmen

Die türkische Polizei reagierte mit zahlreichen Festnahmen auf die Geiselnahme. Über 60 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beschimpfte die Opposition, keine "nationale Haltung" zu haben. Auch die regierungskritischen türkischen Medien bedachte das Staatsoberhaupt mit Vorwürfen und Schelte.

In der Türkei finden am 7. Juni Parlamentswahlen statt.

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