Supermarkt-Boss rechnet in Interview mit Bio ab

Bio-Produkte sind angeblich gesünder. Aber stimmt das wirklich?
Bio-Produkte sind angeblich gesünder. Aber stimmt das wirklich?Bild: iStock (Symbolbild)
Vielen schmecken sie besser und gesünder sollen sie auch sein. Aber der Chef des Migros-Konzern hat eine andere Sicht auf Bio-Lebensmittel.

Als Unternehmen ist Migros eine Macht. Die Genossenschaft ist das größte Detailhandels-Unternehmen der Schweiz, macht knapp 24 Milliarden Euro Umsatz. In den 90er-Jahren war der Konzern auch (wenig erfolgreich) in Österreich aktiv.

Seit 2005 ist Herbert Bolliger Präsident der Generaldirektion, leitet also das Unternehmen, nun tritt der 64-Jährige ab und das mit einem Paukenschlag. "Mit Bio kann man nicht die Welt ernähren, es ist nicht ressourceneffizient", sagt er dem Schweizer "Blick".

Gesund, aber?

Ob Bio-Eier, Bio-Brot oder Bio-Nudeln - in den heimischen Supermarkt-Regalen wimmelt es von natürlichen Produkten, mit denen Hersteller versuchen neue Kunden an Land zu ziehen.

Die Nachfrage in den Lebensmittel-Geschäften ist teilweise bereits so groß, dass Supermarkt-Ketten in Europa ihre Werbung auf Bio-Produkte zuschneiden. Glaubt man wissenschaftlichen Untersuchungen so sollen diese nämlich viel gesünder als die herkömmliche Ausgabe sein.

So würden beispielsweise Fleisch und Milch aus biologischem Erzeugnis um 50 Prozent mehr gesunde Fette enthalten. Diese sind für körperliche Grundfunktionen wie Nerven- oder Muskelerhalt sowie dem einwandfreien Funktionierend der Augen unentbehrlich.

"Bio ist Nische"

Wie Forscher von der Newcastle University bestätigen, kann ein Wechsel zu biologischen Produkten tatsächlich die Ernährung verbessern.

Migros-Chef Herbert Bolliger glaubt daran aber nicht wirklich. "Bio ist eine Nische". "Die biologische Landwirtschaft beansprucht zu viel Boden, und die Ernteausfälle sind zu groß. Wenn alle Menschen Bio wollen, hat ein großer Teil der Bevölkerung nichts mehr zu essen", ist sich der Schweizer sicher.

"Gravierende Verteilungskämpfe"

Bolliger spricht im Interview sogar von "gravierenden" Verteilungskämpfe. Vielmehr auf Bio-Produkte sollte man auf Integrierte Produktion setzen. "Diese ist gleichzeitig effizient und nachhaltig ist. Das ist der richtige Weg", erklärt Bolliger.

Die Aussage von Bolliger sorgt für eine hitzige Debatte. "Ich schmecke es, ob das Gemüse bio ist oder nicht", so eine Supermarkt-Kundin auf Nachfrage von "Blick".

(wil)

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