Tally Weijl steht vor dem Aus

Dem Schweizer Billig-Modehaus droht in Folge der wirtschaftlichen Einbußen durch die Coronakrise das Aus, weil Schweizer Banken ihm Kredite versagen.
Die Corona-Krise hat auch die Modewelt wachgerüttelt und Potenzial für Veränderung geschaffen. Nicht jede dieser Veränderungen ist jedoch positiv. "Totally sexy" sieht es gerade nicht für den Billig-Modehändler Tally Weijl aus. Das bekannte Schweizer Modeunternehmen steht vor dem Aus, sollte es keine Corona-Kredite erhalten.

Schweizer Banken verweigern zugesicherte Kredite

Obwohl der Bund diese zugesichert hatte, verweigern die Schweizer Banken ähnlich wie auch in Österreich eine Kreditvergabe. Die Bankkredite wären dringend notwendig, um zu überleben. Bei größeren Summen streikt das Kreditprogramm des Bundes, zum Leidwesen des Basler Modehauses. Bisher hat sich keine Bank gefunden, die die Kreditsumme von 25,7 Millionen bereitstellt. Dank der Expansionsstrategie der Nullerjahre bringt es das Unternehmen auf 1.000 Filialen weltweit. Von den 2.700 Mitarbeitern, die um ihre Anstellung fürchten müssen, sind über 600 in der Schweiz.

Relevanz von Onlinehandel zu spät erkannt

Dass Tally Weijl nur ein Opfer der Coronakrise ist, wäre in dem Fall aber nicht ganz korrekt, da das Modeunternehmen es in den letzten Jahren nicht geschafft hat, sich digital zu etablieren und sich statt online relevant zu werden auf die europäischen Niederlassungen fokussierte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mitbewerbern konzentrierte sich Tally Weijl also nicht auf den Onlinehandel. Vor einem Jahr folgte die Schließung von 90 der 860 Niederlassungen in Europa.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Erst dann wurde auch für Tally Weijl die Online-Welt ein Thema. Das war der Beginn eines kostspieligen Tranformations-Versuchs. 2019 folgte die Investorensuche. Erste Erfolge des Strategiewandels zeigten sich Ende letzten Jahres. Das war jedoch ein kurzes Auf. Dann kam die Corona-Krise. Seit Mitte März 2020 sind nun aufgrund des Lockdowns alle 800 Läden in Europa geschlossen. Hier zeigt sich besonders die Abhängigkeit des Unternehmens vom Umsatz der Filialen. Der Großteil des Umsatzes liegt neben der Schweiz in übrigen Hauptmärkten in Deutschland, Frankreich und Italien.
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