Tausende stürmen das KH Nord, Demo vor der Türe

Das Krankenhaus "KH" Nord alias Klinik Floridsdorf gewährte am Samstag einen ersten Blick in das Innere. Der Andrang war dabei enorm.

Zum Tag der offenen Tür im Krankenhaus Nord - Klinik Floridsdorf hatten Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Stadtrat Peter Hacker von am Samstag von 10 bis 16 Uhr gerufen. Tausende Wiener wollten sich das als "Skandal-Projekt" bekannt gewordene Bauprojekt näher ansehen – so viele, dass es beim Eingang sogar "Blockabfertigungen" gebraucht hat. 22.000 Besucher wurden gezählt.

Das Krankenhaus Nord des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) steht kurz vor dem Testbetrieb, am Montag soll dieser beginnen. Die vergangenen Monate und Jahre wurden aber Pleiten und Pannen beim Mega-Projekt bekannt. Bereits vor zwei Jahren drang nach außen, dass die Kostenobergrenze von 825 Millionen weit überschritten werde – bisher geht man von rund dem doppelten der Kostenobergrenze aus.

Schutzring und Brunnenbau

Im Zuge eines eigens eingerichteten Untersuchungsausschusses, eines Rechnungshofberichts und eines Gutachtens kamen Details ans Licht. So wären Fassaden vom Schimmel befallen gewesen, unkoordinierte Planung und Vermessung ließen die Kosten in die Höhe schnellen und Kuriositäten wie ein um das Krankenhaus gezogener "Schutzring" eines "Energetikers" (95.000 Euro) oder ein Brunnen um 610.000 Euro, der dann nicht gebaut wurde, sorgten für Kopfschütteln. Zudem sollen Mittel der Mindestsicherung und des sozialen Wohnbaus zweckwidrig für den Bau des KH Nord verwendet worden sein.

All das war aber am Tag der offenen Tür nur Thema bei den Demonstranten. Während im Inneren Schaulustige die Räumlichkeiten betrachteten, wurde vor dem KH Nord von Personalvertretern mit Schildern wie "Energetiker 1 - Personal 0" oder "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" protestiert. Grund für den Ärger sei auch, dass langjährige Krankenpfleger durch ein neues Lohnmodell gleich viel verdienen würden, wie neu beginnende Kollegen.

Kardinal segnete den Bau

Im Inneren segnete währenddessen Kardinal Christoph Schönborn den Mega-Bau. Bürgermeister Ludwig und Stadtrat Hacker betonten, dass es hier, in "einem Spital für alle" und nicht für Privatpatienten, Medizin mit "neuesten Methoden und neuesten Techniken" für die Bürger gibt. Auch Ex-Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsley nahm an der Veranstaltung teil. (rfi)

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