Telekom-Prozess: FPÖ will Konten offen legen

Im Prozess um die laut Anklage illegale Parteienfinanzierung der Telekom Austria an die FPÖ sind am Donnerstag die vier Marketingkonzepte erörtert worden, die der damalige FPÖ-Werber Gernot Rumpold im Jahr 2004 vorgelegt hatte und die der Telekom immerhin 600.000 Euro wert waren. Der damalige Marketing-Chef der Telekom Austria, Stefan Tweraser, erklärte dazu nun im Zeugenstand, die Konzepte hätten nicht zur Kommunikationsstrategie der Telekom gepasst. Nun tritt eine vierwöchige Pause ein, danach soll es weiter gehen. In der Zwischenzeit meinte aber der Finanzsprecher der FPÖ sie würden die Konten offen legen, da sie nichts zuverbergen hätten.

Im Prozess um die laut Anklage illegale Parteienfinanzierung der Telekom Austria an die FPÖ sind am Donnerstag die vier Marketingkonzepte erörtert worden, die der damalige FPÖ-Werber Gernot Rumpold im Jahr 2004 vorgelegt hatte und die der Telekom immerhin 600.000 Euro wert waren. Der damalige Marketing-Chef der Telekom Austria, Stefan Tweraser, erklärte dazu nun im Zeugenstand, die Konzepte hätten nicht zur Kommunikationsstrategie der Telekom gepasst. Nun tritt eine fünfwöchige Pause ein, danach soll es weiter gehen. In der Zwischenzeit meinte aber der Finanzsprecher der FPÖ sie würden die Konten offen legen, da sie nichts zuverbergen hätten.

Nun geht der Prozess in eine 5-wöchige Pause. Am 18. Juli startet dann "Telekom IV" - das Verfahren um eine angeblich verdeckte Parteispende an das BZÖ, das im Jahr 2006 von der Telekom insgesamt knapp 940.000 Euro erhalten haben soll.

Allerdings möchte die FPÖ ihre Konten offen legen, so der FPÖ-Finanzsprecher. Schließlich habe man nichts zu verbergen.

Illegale Parteienfinanzierung

Richter Michael Tolstiuk erbat von Tweraser eine genaue Einschätzung "der vier Produkte", wie er sich ausdrückte. Dafür legte der Richter eine mehrminütige Verhandlungspause ein, damit sich Tweraser die Papiere eingehend durchlesen konnte. Dass sie 2004 bei der Telekom eingelangt waren, hatte der an sich dafür zuständige Marketing-Leiter nämlich erst im Nachhinein im Rahmen des Ermittlungsverfahrens erfahren.

"Konzepte nicht Teil der Medienstrategie"

Zwei der vier Konzepte hätten grundsätzlich nicht in seine Zuständigkeit ressortiert, beschied Tweraser schließlich dem Gericht. Die zwei anderen wären zwar grundsätzlich in seinen Aufgabenbereich gefallen, "hätten aber nicht zur Kommunikationsstrategie gepasst", sagte Tweraser. Das eine sah Außenwerbung im Festnetz-Bereich vor, was dem Zeugen zufolge "nicht Teil der Medienstrategie war": Außenwerbung habe es seinerzeit nur auf Telefonzellen gegeben. Über einen allfällig angedachten Werbe-Schwenk habe niemand mit ihm gesprochen, betonte Tweraser.

Das andere Konzept sah eine Medienkooperation mit einem Verlag oder einem großen Nachrichtenmagazin vor. Für Tweraser war das insofern "nicht schlüssig", als die Telekom immer Kampagnen-Ideen durchgetragen habe: "Wir haben kaum Branding ohne Kampagneninhalt gemacht. Außerdem hätten wir gar nicht das Budget gehabt, das umzusetzen."

Tweraser war von 2002 bis 2007 mit dem Marketing bei der Telekom Austria betraut und direkt dem Vorstand Rudolf Fischer unterstellt. Zuletzt war er in führender Position bei Google Deutschland tätig, wo er Anfang 2013 seine Funktion ruhend stellte, nachdem die Staatsanwaltschaft Wien gegen ihn Ermittlungen wegen Untreue eingeleiten hatte. Tweraser soll mithilfe der Werbeagentur Euro-RSCG mittels einer Scheinrechnung für ein Sponsoring-Konzept für die Fußball Europameisterschaft 2008 von der Telekom Austria nach seinem Ausscheiden zu Unrecht 585.600 Euro kassiert haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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