Thiem-Manager: "Skisport weltweit die Nummer 200"

Dominic Thiem und sein Manager Harald Straka. Links Marcel Hirscher.
Dominic Thiem und sein Manager Harald Straka. Links Marcel Hirscher.Bild: GEPA-pictures.com
Thiem-Manager und Turnierdirektor! Für Herwig Straka ist nächste Woche bei den "Erste Bank Open" (ab 21.10.) die stärkste Woche des Jahres. Mit "Heute" sprach er über die Doppelrolle und Doppelfehler.
"Heute": Wie viele Fans kommen nur wegen Thiem in die Stadthalle?

Herwig Straka: "Er ist wichtig. Aber der Dienstag, wo er spielt, ist nicht ausverkauft. Bei Federer oder Nadal wäre das so. Macht er den Schritt in die Top drei, würde er die Stadthalle ausverkaufen."

Wie realistisch ist der Schritt?

"Die Top drei sind wahrscheinlich. Ob er die Nummer eins wird, ist nicht planbar. Er hat das Potenzial, die Schläge dafür. Die muss er aber auch am Platz zeigen. Da geht es um Persönlichkeit, um mentale Stärke."

Im Tennis dominieren große Persönlichkeiten. Hätte sich Dominic früher von Ex-Coach Günter Bresnik lösen müssen?

"Er ist in der Entwicklung später dran. Etabliert hat er sich durch sportliche Leistung, seine Persönlichkeit wächst gerade. Bei der Selbstständigkeit hat er heuer aufgeholt. Er entscheidet mehr, wechselte zuletzt in Peking zwei Mal selbst die Matchstrategie am Platz. Das ist so neu und positiv."

Sieg in Peking: Da reibt sich der Manager die Hände, oder?

"China ist ein Megamarkt. Die Fans sind jünger, Dominic populärer als etwa in den USA. Ich schloss dort Verträge mit Agenturen von den chinesischen sozialen Medien ab. Damit erreichst du bis zu eine Milliarde Menschen."

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Sie managen Muster, jetzt auch Thiem: Was verbindet beide?

"Sie sind geerdet. Ich habe beide nicht verpflichtet, sie kamen auf mich zu. Ich versuche, dass sich beide austauschen. Dominic kann da viel mitnehmen. Hätte Muster heuer in Runde eins der US Open nicht fit voll gefightet? Darüber spreche ich schon kritisch mit Dominic. Er macht dann, was er für richtig hält."

Sportlerwahl: Fair?



Die Sportlerwahl steht wieder an: ein Fall für Marcel Hirscher?

"Die Wahl ist wintersportlastig. Das liegt am Stellenwert vom Skisport im Land – auch touristisch. Es hat aber auch damit zu tun, wie viel lobbyiert wird. Ich erlebte es mit, wie Alaba vor Hirscher siegte und Präsident Schröcksnadel wütend den Saal verließ. Das ist nicht meine Denke. Bei aller Wertschätzung: International ist der Skisport die Nummer 200. Ginge es bei der Wahl um den weltweiten Stellenwert, hätten Skisportler wenig verloren. Hirscher hat aber immer seine Berechtigung. Ausnahmekönner sind die besten unter 20 oder 200.000. Aber: Dominic oder auch Bernd Wiesberger haben in der Welt eine andere Dimension."

"Dominic oder auch Bernd Wiesberger haben in der Welt eine andere Dimension."


Muss ein Nationalstadion her?

"Der richtige Zeitpunkt war die EM 2008 – in Wien mit allen Stückerln. Gegen Israel war das Happel halb leer, das sagt viel aus. Derzeit gibt es nicht 70 oder 80 Millionen dafür. Die Multifunktionshalle ist wichtiger, ein Muss. Da sprichst du alle Zielgruppen an – von Sport bis Konzert. Ohne bist du heute keine Weltstadt."

Sie haben das Turnier in Wien gerettet. Wie knapp war das?

"Es war dramatisch. Die Stadt Wien gab mir eine Million Euro Verlust mit. Heute geht es dem Patienten gut, sind Spieltage ausverkauft. 2025 sind wir in der neuen Marx-Halle. Dort wird Platz für 15.000 Fans sein."



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