Thiem schlägt Djokovic! Halbfinale bei ATP Finals

Was für ein Krimi! Dominic Thiem schlägt Novak Djokovic bei den ATP Finals in drei Sätzen und qualifiziert sich für das Halbfinale in London.

Dominic Thiem ist unter den besten vier der ATP Finals. Als erster Österreicher der Geschichte erreicht er das Halbfinale der inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaft. Nach Roger Federer schlug er am Dienstagabend in London auch Novak Djokovic. Vor 17.000 Fans feierte er in 2:50 Stunden Spielzeit einen Sieg im Drei-Satz-Krimi (6:7, 6:3, 7:6).

Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Matteo Berrettini ist ihm Tabellenplatz eins nicht mehr zu nehmen.

Thiem: "Das war eines der ganz speziellen Spiele. Ich habe bei einer unglaublichen Atmosphäre eine absolute Legende geschlagen."

"Ich werde dieses Spiel wahrscheinlich nie vergessen." Auf die 51 Winner angesprochen lächelte Thiem, sagte: "Ich musste so spielen. Er ist vermutlich der beste Spieler der Welt."

Der Spielverlauf

Der "Djoker" setzte Thiem vom ersten Aufschlagspiel an unter Druck. Thiem musste von Anfang an höchstes Risiko gehen. Schon beim zweiten Service rächte sich das. Erst ein Doppelfehler, dann ein vermeintlich leichter Ball verschlagen – Djokovic mit dem Break. Der 26-Jährige schlug sofort zurück. Der Serbe konterte mit dem zweiten Break.

Der Lichtenwörther ließ sich nicht beunruhigen. Er ging das Weltklasse-Tempo der Nummer zwei der Welt einfach mit. Die beiden Athleten zeigten höchstes Niveau. Thiem präsentierte sich wie schon beim Zwei-Satz-Erfolg gegen Federer in Bestform.

Der Österreicher kämpfte sich nach Rückstand ins Tie-Break. Dort hatte er knapp das Nachsehen (5:7).

Thiem verschwendete aber keine Zeit und Energie auf Lamentieren. Er strotzte vor Selbstvertrauen und legte selbiges in jeden seiner Schläge. So riss er die Partie trotz des Rückschlages des verlorenen 1:06-Stunden-Satzes an sich.

Im zweiten Durchgang übernahm Thiem das Ruder und ließ Djokovic keine Chance. Der Serbe machte dabei keine Geschenke. Thiem war in dieser Phase einfach zu stark.

Herzschlag-Finish

So nahm er das Momentum in den erzwungenen Entscheidungssatz mit. Früh sicherte sich der Niederösterreicher das Break. Wer Djokovic kennt, weiß: Er gibt nie auf. Auch nicht in London. "Nole" kämpfte sich zurück, nahm Thiem den Aufschlag zum 3:3 ab und dominierte in dieser Phase bei eigenem Service, zwei Mal in Folge sogar zu Null. Umso größer ist das finale Aufbäumen von Thiem einzuschätzen.

Thiem machte das vermeintlich entscheidende Break zum 6:5, ließ Djokovic dabei keinen Punkt. Thiem hätte "nur mehr" ausservieren müssen. Djokovic machte den Krimi perfekt, schaffte das sofortige Rebreak und erzwang das Tie-Break.

Im Tie-Break kämpfte sich Thiem nach einem 0:3 zurück, erkämpfte sich zwei Matchbälle. Den ersten wehrte Djokovic ab. Den zweiten verwertete Thiem und verkürzte im Head to Head mit einem der größten Tennis-Spieler der Geschichte auf 4:6.

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