Tierpflegerin schildert Tiger-Attacke

Das Tier attackierte die Pflegerin und drückte sie zu Boden.
Das Tier attackierte die Pflegerin und drückte sie zu Boden.Bild: Screenshot Twitter
Ein Tiger hat in einem Zoo in Kaliningrad eine Wärterin angefallen. Sie überlebte schwer verletzt. Jetzt spricht sie über ihr Martyrium.

Nadezhda Srivastava ist wohl eine der wenigen, die von sich behaupten können, von einem Tiger angefallen worden zu sein und überlebt zu haben. Vor zwei Wochen griff das 16-jährige Tigermännchen Taifun die 44-Jährige in seinem Gehege an, als sie ihm Futter brachte. Sie hatte vergessen, die Tür zum Gehege abzuschließen.

Nun spricht sie mit der "Sun" erstmals über den Vorfall: "Plötzlich sah ich den Tiger, er stand nur wenige Meter entfernt. Ich hatte keine Zeit, zu reagieren – geschweige denn, davonzurennen." Ein seltsamer Gedanke sei ihr durch den Kopf geschossen: "Zuerst versuchte ich, mit ihm zu sprechen. 'Geh weg', sagte ich. Ich hoffte, er würde zurückweichen."

Wollte der Tiger nur spielen?

Das war nicht der Fall: "Ich realisierte gar nicht, was vor sich ging", sagt die 44-Jährige. Der Tiger habe sie zu Boden gedrückt. Er habe nicht geknurrt und sei nicht aggressiv gewesen. "Doch er biss mich, nagte an meinen Händen." Sie streckte dem Tier ihre Arme entgegen, damit es ihr nicht an die Kehle gehen würde. Als Taifun seine Umklammerung leicht lockerte, witterte die Tierpflegerin ihre Chance und versuchte wegzurobben.

Doch der Tiger stürzte sich wieder mit seinem ganzen Gewicht auf die Frau. "Ich weiß nicht, ob es für ihn nur ein Spiel war. Es war sehr qualvoll." Jemand habe ihr zugerufen, sie solle einen Stock greifen, um damit den Tiger zu schlagen. "Doch ich wusste: Kein Stock der Welt wird mich vor diesem Raubtier retten können."

"Wollte nur, dass es aufhört"

"Mein Arm war zerfetzt und tat schrecklich weh", so Srivastava. Sie versuchte, den Tiger mit dem Fuß wegzustoßen. Der biss ihr daraufhin ins Bein und riss ihr den Stiefel vom Fuß. "Als ich mich erfolglos zu drehen versuchte, vergrub er seine Zähne in meinem Rücken", erzählt sie weiter. Die zehn Minuten, die sie der Gewalt des Tigers ausgeliefert gewesen sei, seien ihr "wie eine Ewigkeit" vorgekommen. "Ich wollte nur noch, dass es aufhört."

Plötzlich ließ das Raubtier von der Frau ab. Besucher hatten Steine, eine Bank und einen Tisch ins Gehege geworfen, um den Tiger von seinem Opfer abzulenken. "Ich nahm all meine verbliebene Kraft zusammen, rettete mich in den Sicherheitsraum für Wärter und schloss die Tür", so Srivastava. Sie habe sich unter größten Schmerzen auf den Boden gelegt. "Doch ich realisierte, dass ich noch am Leben war."

Zoo geht gegen Wärterin vor

Der Tiger wurde mit einem Betäubungsschuss außer Gefecht gesetzt. "Meine Rippen sind gebrochen, ich habe viele Bisswunden an den Händen", so Srivastava. "Doch all meine Nerven sind intakt. Arme, Beine – ich kann alles noch bewegen." Ob sie je wieder arbeiten kann, ist dennoch ungewiss: Der Zoo Kaliningrad hat gegen sie eine Untersuchung wegen "drastischer Verletzung der Sicherheitsstandards" eingeleitet.



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