Touristen-Beschränkung auch für Florenz gefordert

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Während Venedig über die Einführung des "Numerus clausus" für Touristen diskutiert, startet ein Erbe der Florentiner Herrscherfamilie Medici eine ähnliche Kampagne zur Rettung von Florenz vor dem Massentourismus. Prinz Ottaviano de Medici möchte die Innenstadt von Florenz in die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wird.

, startet ein Erbe der Florentiner Herrscherfamilie Medici eine ähnliche Kampagne zur Rettung von Florenz vor dem Massentourismus. Prinz Ottaviano de Medici möchte die Innenstadt von Florenz in die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wird.

Die toskanische Hauptstadt wird jährlich von 16 Millionen Touristen besucht, die sich auf ein enges Areal zwischen Uffizien und Domplatz drängen. Die meisten Besucher bleiben nur bis zu drei Tage in der historischen Stadt. Der Medici-Erbe Ottaviano de Medici fordert nun in einer Petition, die von 1.200 prominenten Florentiner Bürgern unterzeichnet wurde, Schutzmaßnahmen gegen den Massentourismus.

"Die traditionelle Florentiner Wirtschaft kämpft um ihre Zukunft, während die Stadt immer mehr ihre soziale und kulturelle Identität verliert", beklagt der internationalen Medici-Kulturverbands zum Schutz der Künste, der Wissenschaften und der Literatur, dessen Präsident Prinz Ottaviano ist. "Ein kleines Gebiet, das vom Massentourismus beherrscht wird, ist von Luxusboutiquen im Besitz von Großkonzernen kontrolliert, die ihre Gewinne nicht in den Schutz der Denkmäler der Stadt investieren", betonte der Verband.

Einwohner wandern ab, Touristen nehmen zu

Die Auswirkungen dieser Situation seien augenscheinlich: Zwischen 1981 und 2001 haben 20,5 Prozent der Einwohner Florenz verlassen, während die Zahl der Touristen, die oft nur eine Drei-Stunden-Tour durch die Stadt unternehmen, immer mehr zugenommen hat. Seit 2004 sei die Zahl der Touristen in der Stadt von 6,4 Millionen auf 16 Millionen gestiegen.

Der Verband stellte ein Programm aus 16 Vorschlägen vor, um die Auswirkungen des Fremdenverkehrs auf die toskanische Hauptstadt zu reduzieren. Ziel des "Save Florence Project" ist unter anderem, die Suche nach finanziellen Mitteln zur Restaurierung des Kunsterbes aufzutreiben, das wegen der Kürzungen bei den kommunalen Ausgaben stark gefährdet ist.

Prinz Medici will im Februar 2014 seine Petition und sein "Save Florence Projekt" dem UNESCO-Sekretariat in Paris vorlegen. "Florenz ist eine gefährdete Stadt und soll in die UNESCO-Liste der gefährdeten Stätten aufgenommen werden", so der Medici-Erbe.

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