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Treibhausgase – "dringend intensive Maßnahmen" nötig

Österreich hat 2021 um fast fünf Prozent mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet als noch im Jahr davor. Gewessler fordert mehr Klimaschutz.

Der Ausstoß von Treibhausgasen nahm 2021 wieder zu. Leonore Gewessler will deshalb noch strengere Klimaschutz-Maßnahmen.
Der Ausstoß von Treibhausgasen nahm 2021 wieder zu. Leonore Gewessler will deshalb noch strengere Klimaschutz-Maßnahmen.
picturedesk.com; iStock

Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sind von 2020 auf 2021 um 4,9 Prozent gestiegen und liegen bei 77,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Das berichtet das Umweltbundesamt am Montag in seinem neuen Bericht zur Treibhausgas-Bilanz für das Jahr 2021. Das bedeutet ein Plus von rund 3,6 Millionen Tonnen im Vergleich zum Jahr 2020.

Demnach kam es nach dem Rückgang der Emissionen im Pandemiejahr 2020 kam es im Jahr 2021 in vielen Sektoren wieder zu deutlichen Zuwächsen. Dabei hätten sich die wesentlichen Einflussfaktoren für die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen unterschiedlich entwickelt:

– das Bruttoinlandsprodukt stieg 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 um rund 4,6 Prozent
– die Zahl der Heizgradtage aufgrund der kühlen Witterung höher als das langfristige Mittel
– das Bevölkerungswachstum lag hingegen um 0,4 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre

Die gute Nachricht zuerst: "Das österreichische Ziel gemäß EU Effort-Sharing-Verordnung, die Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2021 auf 48,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zu reduzieren, wurde erreicht bzw. mit 32,8 Kilotonnen (0,07 Prozent) geringfügig überschritten", meldet das Umweltbundesamt. Für 2022 rechnen die Experten mit einem deutlichen Rückgang um 5 Prozent.

2021 wurden in Österreich 77,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent emittiert.
2021 wurden in Österreich 77,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent emittiert.
Umweltbundesamt

"Die nationalen Treibhausgas-Ziele wurden 2021 zwar erreicht, steuerten aber wieder auf das Vor-Krisen-Niveau zu", erklärt Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamtes. Er hat aber auch gleich die schlechte Nachricht im Gepäck: "Wenn wir Klimaneutralität und die europäischen Ziele noch erreichen wollen, müssen wir dringend intensive Maßnahmen ergreifen."

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Klimaexperte des Umweltbundesamts, Günther Lichtblau, bei der Präsentation des Treibhausgas-Emission für das Jahr 2020. Archivbild.
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Klimaexperte des Umweltbundesamts, Günther Lichtblau, bei der Präsentation des Treibhausgas-Emission für das Jahr 2020. Archivbild.
HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com

Rückblick 2021 – die Treibhausgasbilanz im Detail

In den Bereichen Energie und Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft – somit in 4 von 6 Sektoren – zeigt die Treibhausgas-Bilanz des Umweltbundesamtes einen Anstieg der Emissionen im Vergleich zu 2020.

Der mit Abstand größte Anstieg sei im Gebäudesektor zu verzeichnen, bedingt durch die vermehrten Heizgradtage (plus 12,5 Prozet) und den verstärkten Einsatz von Erdgas und Heizöl.

Die Emissionen im Sektor Energie und Industrie (ohne Emissionshandelsbereich) seien durch eine gesteigerte Produktion und den vermehrten Einsatz von fossilen Energieträgern um 6,9 Prozent gestiegen.

Im Verkehrssektor sorgten eine höhere Fahrleistung und preisbedingten Kraftstoffexport für ein Plus von 4,2 Prozent und in der Landwirtschaft stiegen mit der Rinderzahl und dem Einsatz von Mineraldünger auch die Treibhausgas-Emissionen um 0,1 Prozent.

In den Sektoren Abfallwirtschaft (minus 0,8 Prozent) und bei den fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen, minus 13,9 Prozent) hätten sich die abnehmenden Trends der letzten Jahre fortgesetzt.

Insgesamt ergibt sich für die Emissionen, die im nationalen Klimaschutzgesetz geregelt sind, ein Anstieg um circa 4,2 Prozent bzw. rund 1,9 Millionen Tonnen.

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    Gewesslers gesammelte Werke: Alle Energiespar-Tipps des Klimaschutzministeriums zum Durchklicken >>
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    Screenshot Facebook / Klimaschutzministerium

    "Wir sind noch nicht am Ziel"

    "Das erwartungsgemäße Aus des Pandemieeffekts bei den Treibhausgas-Emissionen hat sich nun endgültig bestätigt. Wir müssen weiterhin ambitioniert und auf allen Ebenen für mehr Klimaschutz sorgen. Nur so können wir die Emissionen jedes Jahr weiter senken", kommentiert Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) den Bericht.

    Schon einiges sei auf den Weg gebracht worden, und die vielen Klimaschutz-Maßnahmen gegen den Stillstand der letzten Jahrzehnte würden bereits eine erste Wirkung zeigen. "Aber es ist völlig klar: Wir sind noch nicht am Ziel", so die Ressortleiterin weiter. Sie nimmt einen jeden einzelnen in die Pflicht: "Gerade für eine klimafreundliche Zukunft braucht es mehr Initiative für den Klimaschutz – durch alle Verantwortungsträger:innen auf jeder einzelnen Ebene."

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      Am 20. März 2022 war Leonore Gewessler zu Gast "Im Zentrum". Bei jenem TV-Auftritt trug sie auch einen geheimnisvollen Anstecker.
      Am 20. März 2022 war Leonore Gewessler zu Gast "Im Zentrum". Bei jenem TV-Auftritt trug sie auch einen geheimnisvollen Anstecker.
      Screenshot ORF
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        <strong>18.04.2024: Sexsüchtiger aus Wien hatte seit 2018 keinen Sex mehr.</strong> Lukas M. ist seit vielen Jahren sexsüchtig. Wie das seine Ehe und auch sein Leben beeinflusst hat, erzählt er <a data-li-document-ref="120031584" href="https://www.heute.at/s/sexsuechtiger-aus-wien-hatte-seit-2018-keinen-sex-mehr-120031584">im persönlichen Gespräch mit <em>"Heute"</em> &gt;&gt;&gt;</a><a data-li-document-ref="120031512" href="https://www.heute.at/s/albtraum-trip-2-von-7-pools-befuellt-familie-klagt-120031512"></a>
        18.04.2024: Sexsüchtiger aus Wien hatte seit 2018 keinen Sex mehr. Lukas M. ist seit vielen Jahren sexsüchtig. Wie das seine Ehe und auch sein Leben beeinflusst hat, erzählt er im persönlichen Gespräch mit "Heute" >>>
        Pixabay/Heute