Trump nimmt Saudis trotz grausiger Details in Schutz

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (l.) mit US-Präsident Donald Trump
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (l.) mit US-Präsident Donald TrumpBild: picturedesk.com

Nach der grausamen Ermordung und Zerstückelung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul, steht Trump hinter seinem Verbündeten.

Saudi-Arabien zählt zu den wichtigsten Verbündeten der USA auf der Arabischen Halbinsel. Doch die grausame Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul wirft derzeit Schatten auf das Verhältnis zwischen der Supermacht und dem diktatorischen Königreich.

Nachdem die Saudis zunächst die Ermordung, anschließend die Verwicklung des Königshauses in den Fall abgestritten hatten, führen nun erste Spuren zu Kronprinz Mohammed bin Salman. Er ist der "starke Mann" im Königreich, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

Khashoggi wurde lebendig zersägt

Doch trotz aller grausigen Details, die derzeit ans Licht kommen – Khashoggi war noch am Leben, als die Mörder ihn zu verstümmeln begannen – hält Donald Trump weiter zu Salman.

Der amerikanische Präsident nahm das Land in Schutz, sagte, die Unschuldsvermutung müsse gelten, man dürfe nicht vorverurteilen. Trump zog sogar einen Vergleich zu Richter Brett Kavanaugh. "Da haben wir es schon wieder", sagte der US-Präsident, "man weiß, man ist schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist."

Trump sprach vom saudischen Königshaus als "ein sehr wichtiger Verbündeter." Das gelte etwa für den Kampf gegen den Terror und die Iran-Frage, aber auch für große Rüstungsgeschäfte. Der US-Präsident wehrte sich zugleich gegen den Vorwurf, dass er die Saudis in dem Fall gegen Vorwürfe in Schutz nehme.

Konsul setzte sich nach Riad ab

Die türkische Zeitung "Yeni Safak" berichtet unterdessen, ihr liege eine Tonaufnahme vor, die belege, dass Khashoggi während eines Verhörs mehrere Finger abgeschnitten worden seien. Anschließend sei er enthauptet worden.

Der saudi-arabische Konsul Mohammed al-Otaibi soll von all dem gewusst haben. Er erhob der Zeitung zufolge in der Aufzeichnung keinen Einwand gegen die Folter – nur dagegen, dass sie im Konsulat geschehe. "Macht das draußen", sagte al-Otaibi demnach, "ihr bringt mir sonst Ärger ein". Inzwischen hat sich der Konsul nach Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabien, abgesetzt. (red)

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