Tschernobyl-Kontrollraum darf nun betreten werden

Der harvarierte Reaktor 4 von Tschernobyl war für Touristen bislang tabu. Nun hat die Ukraine die radioaktiv verseuchte Schaltzentrale für Besucher freigegeben.
Bis zum 26. April 1986 war die Welt im Atomkraftwerk Tschernobyl in Ordnung, dann kam es dort zur Kernschmelze. Der Reaktorblock 4 explodierte. Obwohl die dabei freigesetzte Radioaktivität die Region weiträumig verseuchte, zieht es Menschen seit 2011, als die Ukraine die Zone um das havarierte Kraftwerk für Besucher freigab, in immer größeren Strömen dorthin.

Experten bezeichnen solche Reisen an Albtraumstätte als "Dark Tourism". Menschen, die sich von Orten mit morbider Geschichte angezogen fühlen, sprechen auch gern von "Ruinen-Porno". Sie finden Gefallen am Verfall. Die in der Gegend um Tschernobyl immer noch vorherrschende Radioaktivität sorgt für einen weiteren Kitzel.

Nach fünf Minuten ist Schluss

Ein Bereich war bisher für Touristen aber gesperrt: Reaktor 4, der häufig als Epizentrum der Atomkatastrophe (siehe Bildstrecke oben) bezeichnet wird. Schließlich nahm hier das Desaster seinen Lauf. Neu darf nun aber zumindest der Kontrollraum besichtigt werden – allerdings nur für maximal fünf Minuten.

Der Grund: In der einstigen Schaltzentrale ist die Radioaktivität immer noch hoch. Laut der Nachrichtenagentur Ruptlyist die Strahlung im Innern 40'000-mal höher als in Gegenden ohne atomare Vergangenheit.

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Um keinen Schaden zu nehmen, müssen Besucher des Kontrollraums laut CNN Schutzanzug, Helm und Maske tragen. Im Anschluss an ihren Besuch müssen sie sich zudem zwei Strahlungstests unterziehen, um die Radioaktivitätswerte im Körper zu ermitteln.



Laut der britischen Zeitung "Telegraph" müssen Besucher des Kontrollraums nicht mit negativen Folgen für die Gesundheit rechnen. Der Aufenthalt sei zu kurz, als dass er zu gesundheitlichen Schäden führen könne. Sofern sich die Besucher an die Vorgabe der Veranstalter hielten, bekämen sie weniger Strahlung ab als während einer Stunde auf einem Transatlantikflug, zitiert Spiegel.de Jaroslaw Jemeljanenko von Chernobyl Tour.

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