Türkei bald ohne iPhones: Boykott angekündigt

Die Türkei wird künftig jegliche US-Elektronikprodukte boykottieren. Das kündigte der türkische Präsident am Dienstag an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat als Reaktion auf Sanktionen aus Washington einen "Boykott" elektronischer Geräte aus den USA angekündigt. Die USA hätten iPhones, doch "auf der anderen Seite" gebe es Samsung, sagte Erdogan am Dienstag im türkischen Fernsehen.

Die Türkei und die USA stecken derzeit in einem tiefen Konflikt, der die türkische Währung massiv belastet. Mit den Strafzöllen hatte US-Präsident Trump bewusst die Währungskrise der Türkei angeheizt. Die türkische Lira verliert seit Monaten an Wert – die Ankündigung der Strafzölle beförderte sie in den freien Fall.

Angst vor Preisexplosion bei Nahrung und Tabak

Im asiatischen Handel war der Wert der türkischen Währung am Montag zum Euro und US-Dollar zeitweise erneut zweistellig gefallen. Erstmals mussten mehr als sieben Lira für einen US-Dollar und über acht Lira für einen Euro gezahlt werden.

Auf Twitter sorgte der iPhone-Bann sofort für rege Diskussionen: Türkische Nutzer erklärten, dass der Schritt die besserverdienende Gesellschaft hart treffen könnte, den Großteil aber kalt lassen könnte. Immerhin kostet ein iPhone X rund das Fünffache des Mindestlohns in der Türkei und der Preis geht mit dem Währungsverfall steil nach oben.

US-Strafzölle

US-Präsident Donald Trump hat eine Verdopplung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei angeordnet. Die Zölle auf Aluminium würden nun auf 20 Prozent und die für Stahl auf 50 Prozent angehoben. Trump verwies ausdrücklich darauf, dass die Lira "«schnell gegenüber unserem sehr starken Dollar abrutscht!".

Die Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und den USA drehen sich unter anderem um die Inhaftierung des US-Pastors Andrew Brunson. Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die USA hatten deswegen Sanktionen gegen den türkischen Innenminister Süleyman Soylu und gegen Justizminister Abdülhamit Gül verhängt. Damit werden mögliche Vermögen der Minister in den USA eingefroren, ausserdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen machen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erließ daraufhin ebenfalls Sanktionen gegen US-Minister.

Vielmehr würden viele Türken eher davor zittern, dass der Streit die Preise für Grundnahrungsmittel und Tabak explodieren lassen könnte. Auch Spott gibt es für Erdogan, den der iPhone-Bann ist für einige Nutzer nicht nachvollziehbar. Erdogan würde zwar mit dem iPhone eine US-Produkt boykottieren, dafür aber Geräte wie Samsung bewerben, die über das Android-Betriebssystem des US-Konzerns Google laufen.

(fur/afp)

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