Türkei ruft an, wenn man das Haus verlässt

Die Türkei wird auf Handy-Überwachung seiner Bürger zurückgreifen. Wer gegen die Ausgangssperre verstößt, wird am Privattelefon angerufen.

Die Türkei will die Einhaltung von Quarantäne-Auflagen mit Hilfe der Handy-Daten der Erkrankten überwachen. Wer sein Haus verlasse, werde einen Anruf erhalten, teilt das Kommunikationsdirektorat des Präsidialamts mit. Man werde sie bitten, nach Hause zurückzukehren und bei wiederholten Verstößen bestrafen. Die Regierung werde sicherstellen, dass die Daten nicht für andere Zwecke benutzt werden.

Seit 4. April dürfen alle unter 20-Jährigen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen, zuvor schon gab es eine Ausgangssperre für Über-65-Jährige und chronisch Kranke. Ankara, Istanbul und 29 weitere Städte bekamen ein zweiwöchiges Verbot, mit Fahrzeugen in oder aus den Städten zu fahren, außer in notwendigen Fällen. Und Mundschutz in den Geschäften ist seit Samstag verpflichtend.

Pflicht, sich um Streuner zu kümmern

Auch eine Pflicht, sich um streunende Tiere zu kümmern, wurde erlassen. Weil die bei der Bevölkerung beliebten Streuner zur Zeit weniger gefüttert werden, hat das Innenministerium in einem Brief die lokalen Behörden aufgefordert, Essen für die Tiere bereit zu stellen. Das Futter für die Tiere, die übrigens von Tierschützern regelmäßig flächendeckend geimpft werden, soll bei Parks und Gärten bereit stehen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will offenbar zu drastischen Maßnahmen greifen: Der ehemalige Flughafen Atatürk in Istanbul soll zu einer Behandlungsstation werden und innerhalb von 45 Tagen 1.000 Zimmer bekommen. Auch weitere solcher provisorischer Krankenhäuser sollen in Planung sein. Gleichzeitig gibt es verspätet weitere Maßnahmen.

Entlassungsverbot in Vorbereitung?

Die Türkei treibt Regierungskreisen zufolge auch Pläne für ein einstweiliges Verbot von Entlassungen voran. Die Regierung wolle Anfang nächster Woche einen entsprechenden Gesetzentwurf im Parlament einbringen, sagten zwei Insider. Damit solle ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Coronavirus-Krise gebremst werden.

Zuletzt hatte es in Regierungskreisen geheißen, dass Entlassungen für mindestens drei Monate untersagt werden sollen. Zudem sind laut den Insidern Finanzhilfen für kleine Unternehmen wie Friseure und Restaurantbesitzer geplant, die wegen der Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus schließen mussten.

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