Über 10.000 Schwangere nahmen gefährliche Epilepsie-...

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Medikamentenskandal in Frankreich. Wie die Zeitung "Le Canard enchainé" berichtet, nahmen über 10.000 Schwangere ein Epilepsie-Medikameht, Hunderte Neugeborene haben dadurch schwere Schäden erlitten. Und das, obwohl die Risiken bekannt waren.

Medikamentenskandal in Frankreich. Wie die Zeitung "Le Canard enchainé" berichtet, nahmen über 10.000 Schwangere ein Epilepsie-Medikament, Hunderte Neugeborene haben dadurch schwere Schäden erlitten. Und das, obwohl die Risiken bekannt waren.

Das Anti-Epilepsie-Medikament "Depakine" führt, wenn es in der Schwangerschaft eingenommen wird, bei jedem zehnten Kind zu Fehlbildungen. 40 Prozent erleiden körperliche und geistige Entwicklungsstörungen.
Eine neue Studie der Krankenkassa und der Agentur für Medikamentensicherheit enthüllt nun: Die Tabletten wurden zwischen 2007 und 2014 trotzdem rund 10.000 Schwangeren verschrieben. Und das, obwohl diese Nebenwirkungen seit den 90er-Jahren bekannt sind. Im Beipack-Zettel standen sie aber nicht.

Schwere Vorwürfe

Da das Medikament seit 1967 auf dem Markt ist, scheint die Dunkelziffer hoch zu sein. Es wird geschätzt, dass etwa 60.000 Menschen in Frankreich von den Nebenwirkungen von "Depakine" betroffen sind.

Patientenvertreter werfen dem Staat und dem Hersteller "Sanofi" vor, die Risiken des Medikaments bewusst verschwiegen zu haben. Sie fordern Entschädigungszahlungen für die Opfer. Der Pharmakonzern reagierte noch nicht auf den Skandal, aus dem Gesundheitsministerium heißt es, dass Betreuungseinheiten für die Opfer bereit gestellt werden.

Erst 2006 kamen Warnhinweise auf die Verpackung, die Schwangeren von der Einnahme abriet. Die tatsächlichen Nebenwirkungen werden auf dem Beipackzettel erst seit zwei Jahren angeführt. Das Medikament wird auch in Österreich verkauft.

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