UEFA droht mit Boykott der FIFA-Präsidentenwahl

Bild: Arnd Wiegmann / Reuters

Der europäische Fußball-Verband UEFA droht nach dem Korruptionsskandal um den Fußball-Weltverband FIFA mit sieben Festnahmen mit dem Boykott der Präsidentenwahl am Freitag. Die Justiz wirft den Verdächtigen organisiertes Verbrechen und Korruption vor.

Geht es nach Sepp Blatter, soll er am Freitag als FIFA-Präsident wiedergewählt werden. Doch die UEFA übt massiven Druck aus, um das zu verhindern. Sie fordert nach einer außerordentlichen Sitzung die Verschiebung der Präsidentenwahl und droht mit einem Boykott des Kongresses in der Schweiz.

Zwar stellt die UEFA mit 53 Stimmen nur ein Viertel der 209 Mitgliedsländer und könnte die Wiederwahl nicht alleine verhindern. Eine Blockade durch alle Vertreter UEFA wäre aber ein starkes Zeichen, dass die FIFA und Sepp Blatter zum Einlenken bewegen könnte.
Greg Dyke, Präsident des mächtigen englischen Fußballverbands forderte sogar Blatters Rücktritt. Ohne diesen Schritt gebe es keinen Weg, das Vertrauer wiederherzustellen.

Keine Unterstützung für Blatter vom ÖFB

Auch aus Österreich bläst Blatter ein kalter Wind entgegen. "Wir haben im ÖFB-Präsidium den einstimmigen Beschluss gefasst, Sepp Blatter nicht zu wählen", sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner in der "ZIB2".

Windtner wehrte sich gegen den Vorwurf der Geschenkannahme. Laut "News" soll Windtner bei Blatter um eine 100.000-Dollar-Spende für "Hope for Future" gebeten haben. "Ich weiß nicht, was daran anrüchig ist. Hier ging es um Geld für ein Hilfsprojekt in Kenia" so Windtner.

Gegenkandidat: "Trauriger Tag für den Fußball"

Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, der Blatters einziger Gegenkandidat wäre, sprach von einem "traurigen Tag" für den Fußball. Die FIFA könnte nich so weiter machen wie bisher, sagte er.
Elf Funktionäre gesperrt

Die FIFA sperrte als Reaktion auf den Skandal elf Funktionäre vorläufig für alle Fußball-Aktivitäten. Die Anwälte der Festgenommenen setzen nun alles daran, eine Auslieferung in die USA zu verhindern. Die Beschuldigten sollen seit Anfang der Neunzigerjahre mehr als 150 Millionen Dollar für die Vergabe von Turnieren erhalten haben.

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