Van der Bellen zeigt Verständnis für Kroatien-Urlaub

Van der Bellen empfing die beiden Präsidenten aus Slowenien und Kroatien.
Van der Bellen empfing die beiden Präsidenten aus Slowenien und Kroatien.picturedesk.com
Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigt Verständnis für einen Urlaub in Kroatien: "Wir haben kein Meer".

Alexander Van der Bellen hat am Mittwoch trotz Corona-Krise die beiden Präsidenten aus Slowenien und Kroatien empfangen. Borut Pahor und Zoran Milanović waren in der Hofburg, dabei war auch der Tourismus ein Thema.

Van der Bellen zeigt Verständnis dafür, dass Österreicher in Kroatien Urlaub machen wollen. "Es kann ihnen genauso passieren in Tirol, in Kärnten und im schönen Salzburg, und wir haben kein Meer", so der Bundespräsident nach demTreffen mit seinen Amtskollegen aus Slowenien und Kroatien in Wien.

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"Insofern habe ich volles Verständnis für Menschen, die Meer genießen wollen. Ich weiß, was das ist, und ich bin ein überzeugter Tiroler. Wir sollten uns nicht in den eigenen vier Wänden verkriechen“, sagte Van der Bellen und verwies darauf, dass die Zahlen in Kroatien während der gesamten Krise "auffallend gut waren".

Allerdings räumte er ein, dass möglicherweise auch Touristen in Kroatien einen neuen Infektionsherd auslösen könnten, "worauf dann zu reagieren sein wird".

Van der Bellen mit seinen Amtskollegen
Van der Bellen mit seinen Amtskollegenpicturedesk.com

Von den Journalisten wurde der kroatische Präsident Zoran Milanovic mit Vorwürfen konfrontiert, wonach die niedrigen Fallzahlen in seinem Land durch zu wenige Tests zustande gekommen seien. "Ich kann das nicht widerlegen", räumte der Ex-Premier mit Blick auf die zuständige Regierung ein. Er verwies jedoch auf die weiterhin leeren Spitäler und niedrigen Todeszahlen. "Faktum ist, dass das gesamte epidemiologische Bild und die Morbidität in Kroatien sehr niedrig sind", sagte er. "Im Vorjahr waren die Beatmungsgeräte mehr im Einsatz, als wir die Grippe hatten."

Milanovic wirbt für Kroatien-Urlaub

Seit Februar ist Milanovic im Amt. Das traditionelle Jahrestreffen der Staatsoberhäupter nutzte er aber auch, um für Urlauber zu werben. „Unsere Küste ist lang und nicht so dicht besiedelt. Wir haben wenig Bevölkerung dort. Es gibt keinen sichereren Ort für Urlaube zurzeit."

Der slowenische Präsident Pahor hielt von Tourismuswerbung eher Abstand und rief die Bürger aller drei Staaten auf, sich an die Corona-Regeln zu halten. "Wenn sich die Slowenen, Österreicher und Kroaten an die Regeln der Behörden halten werden, dann werden sie damit am meisten dazu beitragen, dass die Grenzen offen bleiben können", so Pahor.

Slowenien hat Kroatien wegen der steigenden Infektionszahlen bereits von der "grünen Liste" epidemiologisch sicherer Staaten gestrichen. 

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