Vandalismus-Attacke auf Russen-Denkmal in Wien

Das Denkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz wurde Opfer eines Vandalismusaktes.
Das Denkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz wurde Opfer eines Vandalismusaktes.Bild: Russische Botschaft
Das Heldendenkmal der Roten Armee am Wiener Schwarzenbergplatz wurde beschmiert. Die russische Botschaft ist empört.

Das Heldendenkmal der Roten Armee beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz wurde beschmiert. Das Postament des Denkmals wurde mit schwarzer Farbe beschüttet. Die russische Botschaft hat dem österreichischen Außenministerium eine Protestnote zukommen lassen.

Darin fordert die Botschaft "dringende Maßnahmen zur Beseitigung des entstandenen Schadens, zur Ausforschung und Bestrafung der Schuldigen gemäß der österreichischen Gesetzgebung und zur zukünftigen Verhinderung von solchen Vorfällen zu ergreifen", heißt es in einer Aussendung.

"Nicht zum ersten Mal geschändet"

Die russische Vertretung beklagt zudem, dass es bereits im Jänner vergangenen Jahres einen ähnlichen Vandalenakt gegen das Denkmal gab. Damals wurde es mit roter Farbe beschmiert.

"Leider gelingt es den österreichischen Ordnungshütern nicht, die Übeltäter auszuforschen", beschwert sich die Botschaft. Wiederholt habe man dazu aufgefordert, in der Umgebung des Denkmals Überwachungskameras anzubringen, was bisher nciht erfolgte.

Im Staatsvertrag verpflichtet

Das Heldendenkmal der Roten Armee (auch als Russen- oder Befreiungsdenkmal bekannt) wurde 1945 am Schwarzenberg errichtet und erinnert an die rund 17.000 Soldaten der Roten Armee, die in der Schlacht um Wien gefallen sind.

Es wurde am 19. August 1945 enthüllt und anschließend der Obhut der Wiener Stadtverwaltung übergeben. Die Pflege, Instandhaltung und Bewachung des Heldendenkmals und ähnlicher Denkmäler in ganz Österreich liegt in der Pflicht der Republik, wie im Staatsvertrag von 1955 festgehalten wurde.

Bereits zwei Anschläge vereitelt

Bereits zweimal gab es in der Geschichte Anschlagsversuche auf das Denkmal. Im Jahr 1947 wurden zwei 19-jährige Männer und einer 25-jährige Frau vor Gericht gestellt, die Anschluss an eine sogenannte "Werwolfgruppe" des Nazi-Untergrundes suchten und ein Bombenattentat auf das Denkmal planten.

Am 18. August 1962 wurde auf dem Sockel des Denkmals eine Tasche mit einem Sprengsatz gefunden, der entschärft werden konnte. In der Tasche gefundene Schriftstücke und weitere Bombenfunde in Österreich wiesen nach Italien, wo tatsächlich mehrere Verdächtige ausgeforscht werden konnten. Der Hauptverdächtige wurde zu neun Jahren und vier Monaten Haft verurteilt, starb jedoch kurz danach. (red)

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