Verbalattacken & Eklat in Regierungssitzung

"Fachliches Hascherl", "perfide Lügnerin", "Rindvieh", "weinerliche Frau", "Chaostruppe", "fachliche Katastrophe" - was klingt wie ein Beziehungsstreit auf tiefstem Niveau sind in Wahrheit Ausschnitte aus der jüngsten Sitzung der Kärntner Landesregierung, die mit einem Eklat endete.

"Fachliches Hascherl", "perfide Lügnerin", "Rindvieh", "weinerliche Frau", "Chaostruppe", fachliche Katastrophe" - was klingt wie ein Beziehungsstreit auf tiefstem Niveau sind in Wahrheit Ausschnitte aus der jüngsten Sitzung der Kärntner Landesregierung, die mit einem Eklat endete.

Eine Diskussion über die Errichtung einer 110-kV-Leitung hat am Dienstag in der Kärntner Landesregierung einen Streit ausgelöst. SPÖ-Landesrätin Beate Prettner verließ verärgert die Sitzung, nachdem sie von freiheitlichen Regierungsmitgliedern unter anderem als "fachliches Hascherl" und als "perfide Lügnerin" bezeichnet worden war. Vor Journalisten forderte Prettner eine Entschuldigung. Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) tat hingegen kund, er stehe zu diesen Ausdrücken und denke nicht an eine Entschuldigung.

"Ich habe es nicht notwendig, mich in einem verunglückten Wortspiel als 'peinliche Prettner' oder als 'fachliche Katastrophe' verunglimpfen zu lassen, dieses Niveau ist einer Landesregierung unwürdig", empörte sich Prettner. "So lasse ich mich als Mensch, als Frau und als Regierungsmitglied nicht behandeln." Nächstenliebe und Kooperation zu predigen, dem Dalai Lama zu huldigen, das sei das eine, diesmal habe sich die andere Seite gezeigt, "unbeherrscht, verletzend und aggressiv gegenüber Frauen".

Entschuldigung wurde verweigert

Prettners SPÖ-Regierungskollege LHStv. Peter Kaiser meinte, er habe nach dem Exodus der Landesrätin aus der Sitzung von Dörfler und Landesrat Harald Dobernig (FPK) eine Entschuldigung verlangt, diese sei jedoch verweigert worden. Daher habe auch er die Sitzung verlassen. Er betonte, dass man ohnehin nicht jedes Wort auf die Goldwaage lege, dass sich aber Dörfler derart im Ton vergreife, sei eines Landeshauptmannes nicht würdig.

Dörfler sieht das ganz anders. Er bezeichnete Prettner nach der Sitzung erneut als inkompetent, sie sage die Unwahrheit, sei daher eine Lügnerin. In der Frage der Starkstromleitung beweise die Landesrätin als Energiereferentin seit 2010 ihre Inkompetenz. Zudem habe sie ihm als Regierungschef Vorwürfe gemacht, obwohl die Causa in ihrer alleinigen Kompetenz liege. Dörfler: "Ich sehe daher keinen Grund für eine Entschuldigung, im Gegenteil, eigentlich müsste sich die Landesrätin Prettner entschuldigen."

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