Verhandlungen mit Metallern gehen weiter

Am Donnerstag Nachmittag wird über einen Gehaltsabschluss für die 120.000 Beschäftigten der Metallbranche verhandelt. Eine Einigung ist nicht in Sicht, die Fronten sind verhärtet.
Am Donnerstag Nachmittag ab 14 Uhr wird über einen Gehaltsabschluss für die 120.000 Beschäftigten der Metallbranche verhandelt. Eine Einigung ist nicht in Sicht, die Fronten sind verhärtet.

Bei der Herbstlohnrunde waren die Verhandlungen zuvor mehrmals gestoppt worden. Ob eine Einigung am Donnerstag gelingt, ist ziemlich offen. Die Gewerkschaft macht seit der letzten Verhandlungsrunde Druck.

Die Metaller verlangen drei Prozent mehr Lohn. Eine 3-prozentige Forderung sei reliatätsfremd, so die Gegenseite, die aber keine Zahlen nennen will.

Rainer Wimmer von den Arbeitnehmern fordert einen Gegenvorschlag, sonst gebe es ein Problem. Sollte es am Donnerstag keine Einigung geben, finden Betriebsversammlungen statt.
"Die Unternehmen in der Metallindustrie haben gut verdient, zudem stehen die Zeichen in der Industrie auf Wachstum", meint Heinz Leitsmüller, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft in der AK Wien. Damit sei die Grundlage für einen fairen Abschluss bei den diesjährigen Lohnverhandlungen mehr als gegeben.

In den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres könne die Metallindustrie laut einem Branchenreport der AK Wien (134 Unternehmen mit 82.000 Beschäftigten) sowohl auf einen steigenden Produktionswert (plus 2,1 Prozent) als auch auf steigende Aufträge (plus 1,4 Prozent) verweisen. Laut Daten des Einkaufsmanagerindex der Bank Austria befinde sich die gesamte Industrie bereits seit dem Frühjahr 2015 auf Wachstumskurs.

Zuletzt hat sich das Tempo sogar beschleunigt. Im Oktober ist der Index gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf 53,9 Punkte geklettert. Grund ist vor allem eine deutlich bessere Auftragslage. Auch für die kommenden Monate zeigen sich die Ökonomen der Bank optimistisch. Es wird sogar damit gerechnet, dass die Industrie die Wachstumsprognose von real zwei Prozent für heuer dank eines guten Jahresendspurts sogar übertreffen könnte.

Auch die mittelfristige Prognose des Wifo zeigt eine Erholung der Wirtschaft über die kommenden Jahre: In den nächsten fünf Jahren wird eine Steigerung des BIP um 1,5 Prozent pro Jahr erwartet – im Vergleich zu 0,6 Prozent per anno in der Phase der Stagnation von 2012 bis 2015.

Noch keinen neuen Kollektivvertrag gibt es für die rund 400.000 Handels-Angestellten. Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertreter haben die Gespräche am Mittwoch Abend nach mehr als acht Stunden Verhandlungen auf nächste Woche vertagt.

 
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