Warhammer 40.000: Dawn of War III im Test

Groß war die Erwartung der Strategen an Warhammer 40.000: Dawn of War III. War sie gerechtfertigt?
Eines gleich vorweg: Wer brillante Strategiespiele wie StarCraft liebt, der kann gleich losrennen und sich Dawn of War III besorgen. Der PC-Titel ist ein absoluter Game-Diamant. Für alle anderen, die sich noch überzeugen lassen wollen, liefern wir die Argumente für diese Behauptung in unserem Test.

Wissen sollte man anfangs, dass Dawn of War III eine ständige Internetverbindung voraussetzt, egal ob im Multi- oder Singleplayer. Was daran nervt ist, dass man aus einer Mission geschmissen wird, wird die Internetverbindung unterbrochen. Vom Gameplay her verlässt Dawn of War III den Weg des Vorgängers und bietet wieder wie zu Serienbeginn riesige Schlachten und intensiven Basenbau. Aber keine Sorge: Überfordert sind auch Strategieanfänger nicht, auch wenn sich Profis deutlich leichter tun.

Über Sieg und Niederlage entscheiden die so genannten Elite-Einheiten, von denen es neun pro Volk gibt und aus denen man drei für fast jede Mission wählt. Sie versorgen umliegende Einheiten mit unglaublichen Boosts und schlagen ganze Armeen des Gegners fast im Alleingang nieder. Ebenfalls gewählt werden meist drei aus 60 Doktrinen, eine Art durchschnittlicher Bonus für die jeweilige Runde. Anfangs muss man aber erstmal mächtig werden und mit simplen Soldaten Ressourcen auf den Karten sammeln. In dieser Phase sind Angriffe auch brandgefährlich und können Missionen bereits in der Anfangsphase scheitern lassen.

Vom kleinen Gefecht zum Mega-Krieg

Die Missionen bauen sich infolge immer mehr zu epischen Schlachten auf. Erst nach einiger Zeit kann man die Elitekrieger auf das Feld rufen, die stärksten davon erst in der Endphase. Spätestens dann bekommt man ein Effektgewitter vor die Augen, wenn Wolkenkratzerhohe Mechs die Karte aufmischen. Ab diesem Zeitpunkt schert man sich auch nicht mehr um die anfangs so wichtigen Fußsoldaten, da man bei der Zahl bis dahin sowieso schon die Übersicht verloren hat.

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Strategisches Denken ist aber trotz allem bereits im Vorfeld nötig: Entweder man investiert die schwer zu ergatternden Elitepunkte in nicht so starke Elite-Einheiten und versucht, den Gegner schnell zu überfallen - mit der Gefahr, dass dieser uns mit einer mächtigen Einheit auslöscht. Oder aber man spart auf die stärksten Elite-Einheiten und läuft Gefahr, selbst bis dahin überrannt zu werden. Die Strategie muss man in jeder Mission selbst herausfinden, da sich die Szenarien grundlegend voneinander unterscheiden. Und: Selbst die beste Elite-Einheit ist mit der richtigen Taktik schnell kleinzukriegen.

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Abseits vom Schlachtfeld muss sich der Kriegsstratege um die eigene Basis kümmern. Die Grundlagen mit Generatoren und Kartenpunkten kennt man bereits von den anderen Warhammer-Teilen. Errichten kann man Kasernen, Portale und andere Gebäude, die Auswahl ist aber sehr begrenzt. Dem können wir aber einiges abgewinnen, denn einerseits liegt der Schwerpunkt am Kampf, andererseits verliert man so nicht die Übersicht über das Geschehen. Aber: Leider gibt es fast keine Upgrades für Einheiten mehr, nur das Forschungslabor hat einige Verbesserungen zu bieten.

In guter alter StarCraft-Manier präsentieren die drei Rassen in Total War III ihre ganz eigenen Stärken. Space Marines können sich in einer Art Raumkapsel mitten am Schlachtfeld abwerfen lassen, Orks können aus Schrottteilen gegnerischer Einheiten eigene Verstärkung bauen und Eldar beamen einfach ihre Gebäude und Truppen weg, wenn sie überrannt werden. Überpowert ist dabei keine der Rassen, im Kampf wirkten alle Stärken recht ausgeglichen. Eine vierte Rasse wie in den Vorgänger fiel leider weg, ist aber nicht der große Verlust. Zudem muss man nicht auf Erweiterungen warten, um alle Rassen steuern zu können.

Ein grandioses Finale

Die Einzelspieler-Kampagne, in der man abwechselnd jeweils eine der Rassen kommandiert, besteht aus 17 Missionen, was nicht nach viel klingt. Dafür ist man aber pro Mission fast eine Stunde beschäftigt und mit sehr unterschiedlichen Zielen konfrontiert. Auch wenn die ersten Missionen vom Gameplay nicht Weltklasse-Spannung versprechen, schlagen die letzten Missionen dafür alles bisher in Dawn of War Dagewesene. Effekte, Story und Gameplay könnten zum Finale spannender nicht sein.

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Deutlich abgespeckter ist der Multiplayer, deren Inhalt daraus besteht, den Energiekern der Gegner hochgehen zu lassen, nachdem man sich durch deren Befestigungsanlagen gekämpft hat. Das Gameplay ist dabei eher langsam, man ist auf den Armeeaufbau und großangelegte Angriffe statt auf Blitztaktiken konzentriert. Hier haben wir noch eine Bitte an die Entwickler: Einheiten anpassen! Im Vergleich zum Einzeolspielermodus sind hier die Eldar klar im Vorteil, ihr Psisturm ist einfach zu stark. Gespielt werden kann übrigens maximal 3 gegen 3 auch mit Computergegnern. Koop und Hordenmodus? Gibt es leider nicht.

Fazit: Absolut starker Strategietitel

Grafisch ist Warhammer 40.000: Dawn of War III eine Augenweide. Die Effekte sind wahnsinnig gut umgesetzt und auch die Karten und Einheiten bis in die Details ansprechend gestaltet. Überragen dann riesige Mechs die Armeen, fühlt man sich als staunender Beobachter einer unglaublichen Massenschlacht. Einzig eine deutsche Sprachausgabe haben wir dazu noch vermisst.

Warhammer 40.000: Dawn of War III
Warhammer 40.000: Dawn of War III


Quelle: Sega

Als die zwei Mankos des Titels sind uns der dauerhafte Internetzwang und die bisher spärlichen Multiplayer-Modi aufgefallen. Abgesehen davon spielt sich Dawn of War III aber überragend und stellt den besten Strategietitel seit Jahren dar. Schön dabei ist, dass man wirklich Zeit hat, den eigenen Feldzug zu planen und nicht in die Hektik gerät, mit Blitzangriffen in den ersten Augenblicken aus dem Spiel genommen zu werden. (rfi)

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