Warum? Darum

Mittwoch ist Christian Kern 100 Tage Kanzler. Weil vielen (wohlgesetzten) Worten noch wenige Taten folgten, erscheint selbst eine erste Bilanz seiner Amtszeit verwegen. Aber eine Strategie ist erkennbar.

Die Analyse: In internen SPÖ-Umfragen zeigt sich dem Kanzler ein klares Bild: Er selbst kommt gut an, seine Partei aber nicht vom Fleck. Kern punktet nicht nur bei roten Wählern, sondern er wildert auch im Revier von ÖVP, Grünen und Neos. Das Problem: Bei den Blauen macht er keinen Stich.

Die FPÖ besitzt nämlich mittlerweile etwas, das jahrzehntelang ein starker Muskel von SPÖ und ÖVP war – Stammwähler. Bei denen blitzt Kern ab. Um aber bei der Wahl (wohl Herbst 2017) 30 Prozent plus zu erreichen (und Strache einzuholen), braucht er viele blaue Stimmen.

Die Idee: Kern muss Themengebiete erobern, in denen die FPÖ derzeit stark ist. Seine verbale Kraftmeierei Richtung Türkei war eine erste Kostprobe. Mehr wird folgen. Weil aber Außenminister Kurz mit einer ähnlichen Strategie unterwegs ist, stellen sich viele Österreicher derzeit freilich die Frage: Wäre eine Fusion von SPÖ, ÖVP und FPÖ nicht naheliegend?

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