Warum Netflix von der Coronavirus-Krise profitiert

Netflix. (Symbolbild)
Netflix. (Symbolbild)Bild: Unsplash
Die Angst vor möglichen Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft hat die Aktienkurse weltweit in den Keller stürzen lassen. Doch es gibt auch Profiteure in der Krise.
Was tun Menschen, wenn sie den ganzen Tag zu Hause sind? Das hat sich das US-Investmenthaus MKM Partners gefragt und einen "Stay at Home"-Index zusammengestellt. Auf der Liste finden sich 18 Firmen, die nach Ansicht der Analysten davon profitieren, wenn die Leute aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu Hause bleiben.

Für die meisten Unternehmen ist es eine schlechte Nachricht, wenn die Leute zu Hause bleiben. Doch die Wirtschaft steht nicht still. Nicht nur Pharmafirmen könnten von der Krise profitieren.

Unterhaltung



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Wer zu Hause bleibt und nicht arbeitet, muss wohl schon bald etwas gegen aufkommende Langeweile tun. Zerstreuung bieten unter anderem Video-Streamingdienste wie Netflix. Die Netflix-Aktie war eine der wenigen, die in den vergangenen sieben Tagen um über acht Prozent zulegen konnte. Auch auf dem Index von MKM finden sich etwa der Musikstreaming-Anbieter Tencent und Spielschmieden wie "Overwatch"-Entwickler Activision Blizzard oder "Farmville"-Schöpfer Zynga. Diese haben in der vergangenen Woche aber alle an Wert verloren.

Sport



Fällt der Besuch des Fitnessstudios aus, ist das noch lange kein Grund zum Faulenzen. Sportbegeisterte führen ihr Training zu Hause weiter mit eigenen Geräten. Fürs Ausdauertraining dient etwa das Spinning auf dem Hometrainer, also das Strampeln auf dem feststehenden Fahrrad. Gute Aussichten aus Sicht der Analysten hat deshalb etwa das US-Start-up Peloton, das es als erstes in der Branche zum Milliardenunternehmen brachte. Die Aktie des Anbieters von Luxus-Spinning-Bikes, die Nutzer zu Hause mit Kursen in New York verbinden, stieg im Wochenrückblick um über sieben Prozent.

Online-Shopping



Wer einkaufen möchte, aber das Haus nicht verlassen kann, geht online. Migros und Coop spüren bei ihren Kunden zurzeit noch keinen Wechsel von stationär zu online, wie die Firmensprecher zu 20 Minuten sagen. Im Index von MKM Partners finden sich aber mehrere Onlineshops und -marktplätze aus den USA und China: Amazon, Ebay, Alibaba und JD.com. Wer sein Geld in diese Firmen investieren möchte, braucht aber etwas Geduld. Nur die Papiere von Ebay und JD.com legten in der vergangenen Woche leicht zu. Amazon und Alibaba verloren hingegen leicht an Wert an der Börse.

Hygiene



Hygieneprodukte wie Atemschutzmasken oder Desinfektionsmittel sind derzeit heißbegehrte Güter in der breiten Bevölkerung. Manch einer will das Haus nicht mehr ohne ein wirksames Mittel gegen das Coronavirus verlassen. Dementsprechend knapp ist die Verfügbarkeit. Vielerorts sind die Schutzmasken und Desinfektionsmittel entweder streng rationiert oder bereits ausverkauft. Die Papiere des US-Konsumgüterherstellers Clorox, der unter anderem Hand-Desinfektionsmittel anbietet, halten sich seit Tagen hoch im Kurs, zuletzt auf einem Rekordhoch.

Haus und Garten



Wer das Zuhause für längere Zeit nicht verlassen darf, richtet sich gemütlich ein. Analysten von MKM sehen deshalb etwa die Zukunft des US-Matratzenherstellers Purple Innovation positiv. Auch zu dieser Kategorie zählt der US-Anbieter von Produkten für Garten und Haustiere Central Garden & Pet. Dennoch verloren beide Unternehmen in der vergangenen Woche an Börsenwert, besonders groß war der Verlust für Purple Innovation mit einem Rückgang von mehr als 13 Prozent.

Essen



Essen muss man immer, auch zu Hause. Profitieren dürfte etwa der Essenslieferdienst Grubhub, wenn die Leute zu Hause bleiben und ihre Menüs vom Kurier bestellen. In der vergangenen Woche verlor die Grubhub-Aktie aber fast neun Prozent an Wert. Profitieren von der Krise sollen auch Hersteller von lange haltbaren Lebensmitteln wie der Suppenproduzent Campbell. Seine Aktie stieg in den vergangenen sieben Tagen um über vier Prozent. Auch in der Schweiz leerten Konsumenten die Regale in den Läden, um den eigenen Vorrat mit lange haltbaren Lebensmitteln zu füllen.

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