Ziel war Deutschland – Berater über Ullmann-Deal

Maximilian Ullmann ist Rapidler. Sein Berater erklärt "Heute", warum.
Maximilian Ullmann ist Rapidler. Sein Berater erklärt "Heute", warum.Bild: GEPA-pictures.com
Maximilian Ullmann wechselt vom LASK zu Rapid. Der Transfer sorgt für Freude, Wut, Verwunderung. Sein Berater erklärt "Heute" die Hintergründe.
Seit der Bundesliga-Rückkehr war Wirbelwind Maximilian Ullmann auf der linken Seite des LASK gesetzt. Im Juni spielte er eine exzellente U21-EM-Endrunde. Der Marktwert kletterte. In Linz rechneten viele mit einem Abgang im Sommer. Der Transfer sollte dennoch für ein mittelschweres Fußball-Beben sorgen.

Weil sich Ullmann nicht für's Ausland sondern Rapid entschieden hat. LASK-Boss Siegmund Gruber hatte getönt, nicht an die Konkurrenz zu verkaufen. Feste Ausstiegsklauseln gebe es beim Klub nicht, sagte er im August 2018. Dieser Transfer widerspricht beidem. Fans zeigen Unverständnis für den Spieler, der vom Vize-Meister, der Champions-League-Quali spielt, zum Tabellensiebten des Vorjahres wechselt.



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Heute" erreichte am Samstagvormittag Ullmanns Berater. Seit der Deal am Donnerstagabend bekanntgegeben wurde, kommt Lino Heiduck, Geschäftsführer von Connexion Sportmanagement, kaum zur Ruhe. In der oberösterreichischen Ausgabe der "Krone" wird ihm die Rolle der treibenden Kraft im Ullmann-Deal zugeschrieben. Es ist die Rede vom "Buhmann", der schon bei Joao Victors Wechsel zu Wolfsburg auf "eher dreiste Art" mitgenascht habe, wie LASK-Vize Jürgen Werner zitiert wird.

Heiduck: "Ich habe kein Bedürfnis, da zurück zu schießen. Mir ist nur wichtig, zu betonen, dass es beim Transfer nicht darum ging, was ich mitschneide. Es ist die Entscheidung des Spielers – die gilt es zu respektieren. Das scheinen derzeit viele zu vergessen, dass es sich hier um einen eigenständigen Menschen handelt."

Wir wollten vom ehemaligen LASK-Pressesprecher wissen, was eigentlich für diese Entscheidung ausschlaggebend war. Heiduck gewährt Einblick in die Gedankenwelt Ullmanns. Er habe das Für und Wider abgewägt. "Natürlich war es da auch meine Aufgabe, ihn darauf hinzuweisen, dass das beim LASK nicht allzu gut ankommen wird." Auch der fehlende Europacup sei angesprochen worden.



Die positiven Punkte haben überwogen. Zwei davon waren Ullmann besonders wichtig.

Einerseits die Zugkraft von Rapid. Der Klub mag nicht die leichtesten Jahre hinter sich haben. Dennoch ist er nach wie vor Österreichs Zuschauermagnet Nummer eins. Ein aktueller Vergleich: Beim größten Linzer Test vor dem Saisonstart spielte der LASK gegen Heidenheim vor rund 1.500 Fans (in Traun, 14 Kilometer von Linz entfernt). Rapid zählte im Heim-Test gegen Nürnberg rund 12.600 Zuschauer.

Andererseits, und das hatte in Ullmanns Überlegungen besonders viel Gewicht, ging es ihm um den nächsten Schritt. Das betrifft vor allem seine persönliche Rolle: "Beim LASK hatte er fünf sehr erfolgreiche Jahre. Er wäre aber immer der Eigenbauspieler geblieben. Bei Rapid ist er auf dieser Position die klare Nummer eins, wird als großer Neuzugang vorgestellt."

Sportdirektor Zoran Barisic spielte beim Transfer eine besonders große Rolle. Er schaffte es offenbar, dem Spieler das Gefühl zu vermitteln, dass ihn Rapid unbedingt haben will. Trainer Didi Kühbauer hat das System zudem im Sommer auf ein 5-3-2 umgebaut. Ullmann kann also die gewohnte Wingback-Rolle (links) mit entsprechenden Offensiv-Aufgaben übernehmen.

Ja, es gebe auch mehr Geld bei den Hütteldorfern. "Dieses Standing in einem Klub wie Rapid ist aber nicht in Geld aufzuwiegen", relativiert Heiduck. "Es war nichts, das lange geplant war. Es hat sich schnell ergeben. Er hatte einfach ein gutes Gefühl."



So gut der Wechsel in der Bundeshauptstadt ankommt, so viel verbrannte Erde hinterlässt er in Linz. Das ist dem Berater bewusst. Heiduck betont, dass er dem Wunsch seines Klienten gefolgt sei.

Außerdem: "Das traf den LASK nicht aus heiterem Himmel. Max hat immer offensiv kommuniziert, dass er gerne den nächsten Schritt machen will. Der Klub hat mit Rene Renner und David Schnegg zwei Spieler auf seiner Position verpflichtet. Auch das spielte mit. Rene ist ein super Spieler. Der wird schnell gute Leistungen bringen, dann legt sich die Aufregung wieder."



Bleibt die Frage nach dem Ausland. Lange wurde spekuliert. Namen wie Hertha BSC und Young Boys Bern fielen.

"Es gab Angebote aus den Top-5-Ligen. Da hat das Paket nicht gepasst. Wir brauchen nicht lange drumherum reden. Wenn etwas Konkretes von einem gut geführten Klub aus der deutschen Bundesliga dabei gewesen wäre, hätte kein Weg daran vorbeigeführt. Zum Beispiel Borussia Dortmund: Da wären wir alle zu Fuß hin und hätten unterschrieben."

Was dann mit Hertha lief? "Es gab mit deutschen Klubs Gespräche. Aber wenn nichts auf dem Tisch liegt, kann man nichts unterschreiben."

Letztlich ging es Ullmann um die angestrebte Veränderung. Er wohnte bis zuletzt nur einen Kilometer vom Paschinger Stadion entfernt. Es ist die derzeitige Heimstätte des LASK. Ullmann spielte dort schon als Nachwuchs-Kicker. Rapid bemühte sich zum richtigen Zeitpunkt am intensivsten und landete damit einen Volltreffer.

Über die kolportierte, niedrige Ausstiegsklausel will Heiduck keine Auskunft geben.

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