Was deine Wohnung über dich aussagt

"Möbel oder Einrichtungsgegenstände werden oft verwendet, um einen bestimmten Eindruck zu erwecken", sagt Wohnpsychologin Katrin Schreiner (Symbolbild).
"Möbel oder Einrichtungsgegenstände werden oft verwendet, um einen bestimmten Eindruck zu erwecken", sagt Wohnpsychologin Katrin Schreiner (Symbolbild).Bild: iStock
Unsere Wohnung ist das Zentrum unseres Lebens. Chaotisch oder aufgeräumt: Das Zuhause spiegelt einen Teil unserer Persönlichkeit wider.
"Zeig mir, wie du wohnst, und ich sage dir, wer du bist." Klingt eigentlich ziemlich einfach. Laut Psychologen und Wohnungsexperten ist es das auch. Farben und Materialien, die wir für Wände und Böden wählen, sowie Möbel und Dekoration können demnach viel über den Charakter eines Menschen aussagen.

"Anhand der Wohnungseinrichtung lassen sich tatsächlich bestimmte Teile der Persönlichkeit erkennen. Gegenstände können etwa Hobbys und Interessen zum Ausdruck bringen", erklärt die österreichische Wohnpsychologin Dr. Katrin Schreiner im Gespräch mit "Heute.at".

So lässt eine Wohnung mit vielen Erinnerungsfotos an den Wänden etwa auf eine gesellige Person schließen. Bei Leuten, die sportlich aktiv sind, finden sich häufig Pokale in den Regalen. Ein kreativer Mensch hat womöglich vieles selbst gestaltet. Eine Wohnung mit wenig Dekoration wird häufig strukturierten, pragmatischen Leuten zugeschrieben.

"Möbel oder Einrichtungsgegenstände werden oft verwendet, um einen bestimmten Eindruck zu erwecken. Teure Möbel vermitteln etwa einen imposanten Eindruck. Das kann man absichtlich tun, oder auch nicht. Manche Leute haben eine Vorliebe für einen rustikalen Einrichtungsstil. Das vermittelt eher bodenständige Werte", so Schreiner.

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Unterschiede zwischen den Geschlechtern



Auch gibt es bei der Einrichtung laut der Wohnpsychologin Unterschiede zwischen den Geschlechtern. "Es hat sich in den letzten Jahren sicher ein bisschen verändert. Aber Studien aus den 1990er Jahren zeigen, dass Männern mehr Instrumentalität und Frauen eher Expressivität zugeschrieben wird. Das bedeutet: Männer stellen Dinge her, sie bauen Häuser, sie formen. Frauen sorgen in einer Wohnung eher für das soziale und familiäre Leben. Sie gestalten und schaffen ein Zuhause."

Wie eine Umfrage von "immowelt.at" zeigt, ist jeder achte Österreicher (13 Prozent) unzufrieden mit der eigenen Wohnung. Die Gründe, warum sich Menschen in den eigenen vier Wänden nicht wohl fühlen, sind unterschiedlich. Es gibt entweder zu wenig Platz oder die Räume sind zu dunkel, dazu kommen Lärm- oder Geruchsbelästigung von der Straße. Manche Menschen fühlen sich auch beobachtet, weil die Fenster zu viel Einsicht von außen zu lassen.

Seit 2016 ist Katrin Schreiner in Graz als Wohn- und Architekturpsychologin tätig. Die Oberösterreicherin leitet Seminare und Workshops zum Thema, bietet aber auch Beratung für Menschen an, die ihr Zuhause anders gestalten wollen.

"Die meisten Personen, die zu mir kommen, fühlen sich in ihrer Wohnung einfach nicht wohl. Andere suchen aus praktischen Gründen Beratung, weil einfach zu wenig Platz vorhanden ist. Einige haben zu viel Zeug in der Wohnung und brauchen Hilfe beim Ausmisten. Oft berate ich auch Leute, die gerade umziehen, oder Menschen, die ihr Leben aufgrund eines drastischen Ereignisses umstellen müssen, weil etwa der Partner gestorben ist", erklärt Schreiner.

Wohnraum den Bedürfnissen anpassen



Die Wohnpsychologie gilt als junge Wissenschaft und beschäftigt sich mit der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt. Es geht laut Schreiner um die Frage: Wie kann ich meine Bedürfnisse in der Wohnung umsetzen? "In einem Familienhaus haben beispielsweise Kinder und Jugendliche andere Bedürfnisse als die Eltern."

Und welche Tipps und Tricks gibt es, damit man sich in der eigenen Wohnung wohl fühlt? Laut der Wohnpsychologin ist es wichtig, dass es einen Ort gibt, wo die Person ihre persönlichen Sachen liegen lassen und sich zurückziehen kann. "Ich nenne es einen Platz für Unordnung. Das kann ein eigenes Zimmer sein oder eine eigene Ecke, wo die Person ganz für sich ist und kein anderer hinkommt. Das ist ganz wichtig, vor allem wenn man mit vielen Menschen zusammenwohnt." (Stefanie Riegler)

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