Was geht mich das an?

Bild: AP
In der Nacht von Weihnachten auf den Stephanitag starb ein 58-jähriger Mann in einem Lift der Wiener U-Bahn beim Volkstheater.

Trotz der Überwachungskameras, unbeachtet von den Kontrollorganen der U-Bahn und den Passanten lag der Mann fünf Stunden lang im Lift, ehe er von einer Reinigungskraft tot aufgefunden wurde. Betroffen fragen sich viele: Wie konnte das passieren? Warum hat keiner der Passanten den Notruf betätigt? Warum hat niemand geholfen oder Hilfe gesucht? Niemand kam auf diese Idee. Alle sind einfach über den da Liegenden hinweggestiegen.

Dieser schockierende Fall soll nicht Anlass sein, Schuldige zu suchen, sondern die ganz persönliche Frage zu stellen: Hätte ich besser gehandelt? Hätte ich hingeschaut? Hätte ich mit diesem Menschen, der da wie ein „Häufchen Elend“ lag, Mitleid gehabt? Oder hätte ich mich angewidert abgewendet? Oder einfach gar nicht darüber nachgedacht, wie es diesem Menschen geht, der da vor mir am Liftboden liegt? Hätte ich es eilig gehabt und mir gesagt: Was geht mich das an?

Für diese "Sandler" haben andere zu sorgen, der Staat, die Fürsorge, die Caritas …, aber sicher nicht ich! Jesus hat daran erinnert: Die schlimmsten Sünden sind nicht böse Taten, sondern Unterlassungen. Sie sind das Zeichen, dass unsere Herzen hart oder stumpf geworden sind.

Vielleicht hilft uns der traurige Tod dieses Mannes, weniger herzlos durch unseren Alltag zu gehen. Übrigens: Speichern Sie die Nummer des Caritas-Kältetelefons in Ihr Handy: 01/480 45 53. In dieser eisigen Jahreszeit kann das Leben retten!

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